Einleitung

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Seit dem Relaunch der ÖGR – Website sind einige Monate vergangen, und wir hoffen, dass Sie unsere Website gerne regelmäßig besuchen, die Inhalte interessant finden und nichts Wesentliches vermissen. Unter anderem werden die Patienteninformationsbögen für Basistherapeutika derzeit vom ÖGR - AK Medikamentöse Therapien aktualisiert und in Kooperation mit dem ÖGR – AK Schwangerschaft und Kinderwunsch an die aktuelle Datenlage adapiert.

 

Wie Sie vielleicht wissen, liegt ein Focus meiner Interessen in der Förderung und Unterstützung junger Kolleginnen und Kollegen. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt der 1. ÖGR – Summer School 2017 haben wir von 08.07. – 11.07.2018 die 2. ÖGR – Summer School in Saalfelden abgehalten. Heuer konnten wir noch mehr Studierende zu dieser Veranstaltung einladen und möchten damit einen wesentlichen Beitrag zur notwendigen rheumatologischen Nachwuchsförderung in Österreich leisten. Anlässlich der Jahrestagung 2018 werden wir darüber berichten.

 

Die Ergebnisse der 2017 durchgeführten ÖGR-Umfrage zur Bedarfserhebung an rheumatologischer Versorgung in Österreich sind in Auswertung. Wir sind überzeugt, mit diesen Daten die Positionen und Anliegen von Österreichs Rheumatologen auch gegenüber Entscheidungs- und Kostenträgern besser vertreten und untermauern zu können.

Für Fragen, Kritik und Anregungen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung und bin für Ihr Feedback dankbar!

 

 

 

Ihr Rudolf Johannes Puchner

Interview Dr. Puchner

„Österreichs Rheumapatienten verdienen eine bessere Versorgung“

Dr. Rudolf Puchner, MSc MBA, Präsident der ÖGR und selbst niedergelassener Internist, Rheumatologe und Gastroenterologe, glaubt, dass in Österreich noch viel getan werden muss, um die Versorgung von Rheumapatienten vor allem außerhalb der großen Städte sicherzustellen.

 

Gibt es genug Rheumatologen in Österreich, Herr Dr. Puchner?

Wir glauben, dass wir auf einen Engpass zusteuern und bald viel mehr junge Rheumatologen in Österreich nötig sein werden – vor allem in den Bundesländern und ländlichen Regionen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass zumindest ein Rheumatologe auf etwa 50.000 Einwohner sinnvoll wäre. Nun gibt es zwar in Österreich etwas mehr als 200 Internisten mit dem Additivfach Rheumatologie, aber viele davon arbeiten nur einen Teil ihrer Zeit mit Rheumakranken.

 

Woran liegt das?
Die Gründe sind vielfältig. Für manche ist die Rheumatologie nur ein kleiner Teil ihrer klinischen Tätigkeit, andere arbeiten altersbedingt weniger. Der Hauptgrund ist jedoch, dass die meisten niedergelassenen Rheumatologen auch internistisch tätig sind bzw. auch sein müssen, weil die Betreuung von Rheumakranken allein nicht wirtschaftlich genug ist. Denn obwohl die Diagnose und Behandlung von Rheuma sehr komplex und zeitaufwändig ist, wird sie von den Krankenkassen nicht ausreichend abgegolten. Das muss sich schnell ändern, damit die Versorgungssituation überall in sinnvollem Umfang gewährleistet bleiben kann.

 

Sie stellen bald eine Studie vor, die aufzeigt, wie gut Österreich mit Rheumatologen versorgt ist. Können Sie schon einige Ergebnisse verraten?
Diese Studie trägt erstmals der Tatsache Rechnung, dass kaum ein Rheumatologe sich Vollzeit der Behandlung von Rheuma widmen kann. Deshalb dient ein Vollzeitäquivalent als Basis. So wird erstmals wirklich sichtbar, wie gut oder schlecht die Versorgungssituation ist. In Wien und Niederösterreich ist sie beispielsweise mit einem Rheumatologen auf 40.000 beziehungsweise 57.000 Einwohner noch sehr gut. Aber in Tirol oder dem Burgenland schnellen diese Werte auf 1 zu 74.000 oder gar 1 zu 234.000 hoch und zeigen klar, dass die Menschen dort mehr rheumatologisch tätige Ärzte bräuchten.

 

Was müsste man tun, um diese Situation zu verbessern?
Es muss attraktiver werden, eine Praxis für Rheumatologie zu eröffnen. Das gelingt aber nur, wenn es auch für Kassenärzten eine Verrechnungsposition für rheumatologische Diagnose, Therapieeinstellung und Überwachung gibt. Wir haben hier gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern in Oberösterreich schon einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Rheumatologen bekommen pro Patient und Quartal 65 Euro. Allerdings ist diese Maßnahme leider lediglich auf die ersten 7 % aller Patienten limitiert.

 

Wie ist die Lage in anderen Ländern? Gibt es dort Modelle, die besser funktionieren?
Deutschland hat das in den letzten Jahren besser gemacht. Dort ist es beispielsweise möglich, dass sich Rheumatologen in Gruppenpraxen zusammenschließen. Das minimiert das medizinische wie das wirtschaftliche Risiko einer Praxisneugründung. Diese und andere Maßnahmen haben dazu geführt, dass in Deutschland 70 % der Rheumatologen im niedergelassenen Bereich arbeiten. In Österreich arbeitet dagegen nur etwa ein Drittel selbständig.

 

Hätte es nicht einen volkswirtschaftlichen Vorteil, wenn Rheuma früher diagnostiziert und behandelt würde?
Absolut. Um die Krankheit zum Stillstand zu bringen oder ihre Aktivität zu reduzieren, ist eine rasche Diagnose und Therapie entscheidend. Bei der rheumatoiden Arthritis sind die Chancen auf einen gutartigen und beschwerdearmen Verlauf bei einem Behandlungsbeginn innerhalb von drei Monaten nach Auftreten der ersten typischen Symptome am besten. Eine höhere Verfügbarkeit von Rheumatologen zeigt hier besonders positive Effekte. Wir konnten das mit der Einführung einer Akutbegutachtungssprechstunde in Oberösterreich zeigen. Vor der Einführung präsentierten sich lediglich 16,6 % der Patienten innerhalb von drei Monaten seit Symptombeginn beim Rheumatologen. Nach Einführung waren es 43 %.

 

Wie sieht es generell mit den Wartezeiten auf einen Termin beim Rheumatologen aus?
Wie schon angedeutet, sind die Wartezeiten noch zu lange. Es gibt vor allem außerhalb der großen Städte zu wenige Rheumatologen und diese müssen sich oft auch anderen Krankheitsbildern widmen. Aber das Problem zu später Diagnosen ließe sich auch über eine verstärkte Kooperation mit den Allgemeinmedizinern verbessern. Daher arbeiten wir seit geraumer Zeit vermehrt an einer Optimierung der Zusammenarbeit, damit die internistischen Rheumatologen so früh wie möglich in die Diagnose bei Beschwerden des Bewegungs- und Stützapparats eigebunden werden.

 

Damit sich die genannten Probleme in Österreich lösen lassen, müssen nicht nur die strukturellen Rahmenbedingungen passen. Es müssen sich auch wieder mehr junge Medizinerinnen und Mediziner für Ihr Fach begeistern. Wie überzeugen Sie sie?
Indem wir noch mehr nach außen tragen, was für ein unglaublich interessantes und zukunftsfähiges Fach die Rheumatologie ist. Ich habe mit der Rheumatologie begonnen, als es nur sehr wenige Medikamente gegen Rheuma gab. Damals hätten wir uns nie träumen lassen, welche therapeutischen Möglichkeiten es durch die Biologika heute gibt. Für mich war es eines der drei wirklich einschneidenden Erlebnisse meines Medizinerlebens, als es gelang, eine entzündliche Gelenkerkrankung wirklich zum Stillstand zu bringen. Ich bin fest überzeugt, dass gerade unser Fachbereich auch für die nächste Generation an Medizinern noch viele weitere solcher Momente bereit hält. Deswegen haben wir heuer als Nachwuchsförderung erstmalig eine Rheuma Summer School für rheumatologisch interessierte Medizinstudenten und -studentinnen höherer Semester ins Leben gerufen – mit großem Erfolg.

 

Herr Dr. Puchner, vielen Dank für das Gespräch!

Vorstand

Präsident

Dr. Rudolf Puchner, MSc MBA

Tel: +43 (0)7242 70625
rudolf.puchner@cc-net.at

 

Geschäftsführerin

OÄ Dr. Judith Sautner

Landesklinikum Weinviertel Stockerau
2. Med. Abteilung
Landstraße 18
2000 Stockerau
Tel: +43 (0)2266 9004 22851
Fax: +43 (0)2266 9004 49818
judith.sautner90@gmail.com

 

1. Vizepräsident („Past-President“)

Univ.-Prof. Dr. Klaus Machold

Universitätsklinik Innere Medizin III
Klin. Abt. f. Rheumatologie
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
Tel: +43 (0)1 40400 43590
Fax: +43 (0)1 40400 43060
klaus.machold@meduniwien.ac.at

 

2. Vizepräsident

ao. Univ.-Prof. Dr. Kurt Redlich

Universitätsklinik Innere Medizin III
Klin. Abt. f. Rheumatologie
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
+43 (0)1 40400 4300
kurt.redlich@meduniwien.ac.at

 

Finanzreferentin

Prim. Priv.-Doz. Dr. Valerie Nell-Duxneuner

Klinikum Peterhof
Sauerhofstrasse 9-13
A-2500 Baden
valerie.nell-duxneuner@noegkk.at

 

Leiter der medizinisch-wissenschaftlichen Sektion

Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Christian Dejaco, Ph.D., MBA

Dienst für Rheumatologie | Servizio di reumatologia
Südtiroler Sanitätsbetrieb | Azienda Sanitaria dell'Alto Adige
Krankenhaus Bruneck | Ospedale di Brunico
39031 Bruneck | Brunico (ITA)
und
Medizinische Universität Graz
8036 Graz (Ö)
Tel.: +39-0474-581862
christian.dejaco@sabes.it

 

Leiter der medizinisch-sozialbetreuenden Sektion

Univ.-Doz. Dr. Johann Gruber

Universitätsklinik für Innere Medizin II
Rheumatologie
Anichstraße 35
6020 Innsbruck
Tel: +43 (0)512 504 80382
Fax: +43 (0)512 504 6780382
johann.gruber@i-med.ac.at

 

Leiter der Berufsständischen Sektion

Univ.-Doz Dr. Herwig Pieringer

AKH Linz
Interne 2
Krankenhausstr 9
4020 Linz
Tel: +43 (0)732 7806 0
herwig.pieringer@akh.linz.at

 

Leiterin der Sektion für Kooperationen

Prim. Dr. Monika Mustak-Blagusz, MBA

SKA Rehabilitationszentrum Gröbming
Hofmanning 214
8962 Gröbming
Tel: +43 (0)3685 22323 0
monika.mustak@rheuma-internistin.at
www.rheuma-internistin.at

 

Vorstandsmitglied

DDr. Christina Duftner

Universitätsklinik für Innere Medizin II
Rheumatologie
Anichstraße 35
6020 Innsbruck
christina.duftner@gmx.at

 

Vorstandsmitglied

Dr. Wolfgang Halder

Abt. f. Innere Medizin
LKH Hochzirl
6170 Zirl
Tel: +43 (0)5238 501
wolfgang.halder@tirol-kliniken.at

 

Vorstandsmitglied

Priv.-Doz. OA Dr. Josef Hermann

Abteilung für Rheumatologie und Immunologie
Universitätsklinik für Innere Medizin
Auenbruggerplatz 15
8036 Graz
Tel: +43 (0)316 385 17779
Fax: +43 (0)316 385 17813
josef.hermann@medunigraz.at

 

Vorstandsmitglied

Priv.-Doz. Dr. Jochen Zwerina

1. Medizinische Abteilung und
Ludwig Boltzmann Institut für Osteologie
Hanusch Krankenhaus
Heinrich-Collin-Str. 30
1140 Wien
Tel: +43 (0)1 91021 85730
jochen.zwerina@osteologie.at

 

Vorstand

Vorstandsmitglieder der ÖGR

Präsident

Prim. Univ.Prof. Dr. Kurt Redlich

KH Hietzing mit Neurolog. Zentrum Rosenhügel; 2. Med. Abt;
Zentrum f. Diagnostik u. Therapie rheum. Erkrankungen
Tel: +43 1 80110 3173
kurt.redlich@wien.kav.at

 

Geschäftsführerin

Prim. Priv.-Doz. Dr Valerie Nell-Duxneuner

Klinikum Peterhof
Sauerhofstrasse 9-15
2500 Baden
Tel: +43 2252 48 177
valerie.nell-duxneuner@noegkk.at

 

1. Vizepräsident („Past-President“)

Dr. Rudolf Puchner, MSc MBA

Ordination:
Freiung 19
4600 Wels
Tel: +43 (0)7242 70625
rudolf.puchner@cc-net.at

 
 

2. Vizepräsidentin

OÄ Dr. Judith Sautner

Landesklinikum Weinviertel Stockerau
2. Med. Abteilung
Landstraße 18
2000 Stockerau
Tel: +43 2266 9004 22851
Fax: +43 (0)2266 9004 49818
judith.sautner90@gmail.com

 

Finanzreferentin

Dr. Antonia Puchner

Universitätsklinik Innere Med III
Klin Abt f Rheumatologie
Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien
Tel: +43 1 40400 4300
antonia.puchner@meduniwien.ac.at

 

Leiter Sektion Wissenschaft

Univ.-Prof. Dr. Clemens Scheinecker, MBA

Universitätsklinik Innere Med III
Klin Abt f Rheumatologie
Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien
Tel: +43 1 40400 4300
clemens.scheinecker@meduniwien.ac.at

 

Leiter Sektion Patienten-partnerschaft

Priv.-Doz. OA Dr. Josef Hermann

Klinische Abteilung für Rheumatologie und Immunologie
Universitätsklinik für Innere Medizin
Auenbruggerplatz 15, 8036 Graz
Tel: +43 316 385 80248
josef.hermann@medunigraz.at

 

Leiter Sektion berufliche Interessenvertretung

Priv.-Doz. Dr. Babak Yazdani-Biuki

Tel: +43 3382 54178
office@yazdani.cc

 

Leiter Sektion Kooperationen

Univ.-Doz. Dr. Johann Gruber

Universitätsklinik für Innere Medizin II
Rheumatologie
Anichstraße 35
6020 Innsbruck
Tel: +43 (0)512 504 80382
Fax: +43 (0)512 504 6780382
johann.gruber@i-med.ac.at

 

Vorstandsmitglied

Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Christian Dejaco, Ph.D., MBA

Dienst für Rheumatologie | Servizio di reumatologia
Südtiroler Sanitätsbetrieb | Azienda Sanitaria dell'Alto Adige
Krankenhaus Bruneck | Ospedale di Brunico
39031 Bruneck | Brunico (ITA)
und
Medizinische Universität Graz
8036 Graz (Ö)
Tel.: +39-0474-581862
christian.dejaco@sabes.it

 

Vorstandsmitglied

DDr. Christina Duftner

Universitätsklinik für Innere Medizin II
Rheumatologie
Anichstraße 35
6020 Innsbruck
christina.duftner@gmx.at

 
 
 

Vorstandsmitglied

Priv.-Doz. Dr. Jochen Zwerina

1. Medizinische Abteilung und
Ludwig Boltzmann Institut für Osteologie
Hanusch Krankenhaus
Heinrich-Collin-Str. 30
1140 Wien
Tel: +43 (0)1 91021 85730
jochen.zwerina@osteologie.at

 
Interview Professor Redlich
Professor Kurt Redlich im ÖGR - Interview

Sehr geehrter Herr Prof. Redlich. Sie sind seit kurzem Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation.

Welches werden die Schwerpunkte Ihrer Präsidentschaft sein?

Meine Schwerpunkte müssen, konsequent zu Ende gedacht, die Schwerpunkte sein, die für unsere Patienten und Patientinnen wichtig sind!

Und was mag für Rheumapatienten wichtig sein?

Zum einen die Gewissheit, dass die Erkrankungen an denen sie leiden, in all ihrer Vielfalt immer besser verstanden- und damit auch therapiert werden können.

Dazu braucht es Menschen, Geld und Orte der Begegnung. Menschen, die sich für rheumatologische Forschung interessieren haben wir in Österreich viele, Geld schon weniger aber da versucht die ÖGR im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Unterstützungen, Preisen oder Stipendien zu helfen. Orte der Begegnung heißt im Zusammenhang der Forschung natürlich: Etablierung und Stärkung des Faches Rheumatologie an den Universitäten, aber durchaus auch Vernetzung mit außeruniversitärer Forschung. Hier können wir sicher in Österreich noch besser werden und der Vorstand der ÖGR wird weiter alles daransetzen, diese Vernetzungen zu stärken, sei es national oder international.

Zum anderen brauchen wir eine gute Versorgung, das heißt gute Rheumatologen und Rheumatologinnen, aber auch gut geschulte Health-Care- Professionals. Daher sind wir als ÖGR eminent an Ausbildung und Weiterbildung interessiert und betreiben diese auch aktiv. Unsere Jahrestagung ist dafür der Beste, wenn auch nicht einzige Ausweis. Im Übrigen halte ich es für einen unhaltbaren Zustand, dass man als niedergelassener Rheumatologe nicht leben kann, zumindest nicht wenn man eine Kassenordination hat. Hier werden wir Gespräche mit allen beteiligten Institutionen führen.

In welche Richtung wird sich die ÖGR in Zukunft entwickeln?

Das kann ich naturgemäß nicht beantworten. Aber auf die Frage wie sollte sich die ÖGR entwickeln, möchte ich antworten: die ÖGR war, ist und wird immer die Heimat und Plattform der österreichischen Rheumatologinnen und Rheumatologen sein. Und damit meine ich keinesfalls nur die Ärztinnen und Ärzte, sondern alle im Sinne des oben gesagten.

Wie kann der medizinische Nachwuchs für die Rheumatologie begeistert werden?

Der medizinische Nachwuchs ist von der Rheumatologie begeistert, das ist die Wahrheit. Unser Fach ist so vielfältig und spannend! Im Übrigen habe ich noch keinen getroffen, der, nachdem er mit Rheumapatienten gearbeitet hat nicht begeistert gewesen wäre. Aber klar ist auch: wir müssen mehr Menschen an unser Fach heranführen. Aber da hat die ÖGR in der Vergangenheit zb mit der Summer-School als Ausbildungsformat für Medizinstudentinnen schon gute Arbeit geleistet. Wir werden das fortführen und ausbauen.

Zu Ihnen persönlich. Sie sind Primarius der 2. Medizinischen Abteilung - Zentrum für Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen des Krankenhauses Hietzing. Wo haben Sie Ihre Medizinische Karriere begonnen?

Jedenfalls nicht im Gymnasium, denn dort habe ich 9 statt 8 Jahre verbracht. Während des Medizinstudiums habe ich dann auf einer Orthopädie famuliert, wo zahlreiche Kinder und Jugendliche mit juvenilem Rheuma operiert werden mussten. All diese Patientinnen und Patienten hatten nämlich mangels guter Therapien, schon in jungen Jahren schwerste Gelenkzerstörungen, und nicht wenige waren an den Rollstuhl gefesselt. Das war schon berührend! Den eigentlichen Anstoß hat eine Vorlesung von Prof. Peterlik (damaliger Leiter am Institut für Allgemeine und Experimentelle Pathologie Wien) gegeben, dort hat er eine damals neue Technik die PCR vorgestellt und erklärt. Viele Studenten haben sich gefragt: „wozu brauche ich das wissen, wenn ich Arzt werden will?“ Ich fand diese innovativen Techniken spannend und habe in Folge bei Prof. Peterlik wissenschaftlich zu arbeiten begonnen, und bin dann zu Prof. Smolen an die Rheumatologie der MUW gewechselt. Dort bin ich immerhin 24 Jahre geblieben und habe von ihm und unserem Team viel gelernt: menschlich und medizinisch.

Welches sind Ihre wissenschaftlichen und medizinischen Schwerpunkte?

Prof. Peterlik hat sich mit dem Knochenstoffwechsel beschäftigt und ich habe mich sehr für den Osteoklasten interessiert. Zu der Zeit lag der Focus vor allem auf dem Krankheitsbild der Osteoporose. Als ich dann auf die Rheumatologie gewechselt bin, haben wir uns sehr intensiv mit den Mechanismen der lokalen Gelenkzerstörung beschäftigt und welche Rolle die Osteoklasten dabei spielen.

Medizinisch interessiere ich mich vor allem für die Spondylarthritis, aber in Wahrheit finde ich die ganze Breite der rheumatologischen Erkrankungen hoch spannend. Um diese diagnostisch und therapeutisch gut abzudecken, bedarf es aber eines guten Teams und dieses Team habe ich hier an der Abteilung in Hietzing vorgefunden. Das ist ein Geschenk und ich bin sehr froh darüber.

Vielen Dank für das Interview, wir wünschen Ihnen für das Präsidentenamt der ÖGR alles Gute!

Interview Priv.-Doz.Dr. Nell-Duxneuner
Priv.-Doz.Dr. Valerie Nell-Duxneuner im ÖGR - Interview

Sehr geehrte Frau Priv.Doz. Nell-Duxneuner. Sie sind seit kurzem Geschäftsführerin der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation.

Worin besteht die Rolle der Geschäftsführung?

Die Geschäftsführung hat in meinem Verständnis vor allem eine koordinierende Rolle. Wir wollen als Vorstand gemeinsam das Ziel erreichen, Initiativen, die neue Erkenntnisse in der Rheumatologie generieren oder Wissen vermitteln, zu fördern. Wir wollen dafür national und international mit Patienten, Kollegen und anderen Fachgruppen und Professionen zusammenarbeiten. Bei diesen Kooperationen geht es viel um den Aufbau oder die Betreuung bestehender Netzwerke, wobei den einzelnen Vorstandsmitgliedern hier gezielte Funktionen zukommen. Als Geschäftsführerin sehe ich meine Aufgabe im Vernetzen und aktiven Mitgestalten der Initiativen.

Wo sind sie derzeit tätig und in welcher Funktion?

Ich bin mit Leib und Seele Rheumatologin. Während und nach meiner Ausbildung im AKH und im Hanusch Krankenhaus habe ich mich auf die Behandlung der frühen rheumatoiden Arthritis spezialisiert. Seit ein paar Jahren bin ich ärztliche Leiterin im Klinikum Peterhof der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse in Baden bei Wien. Wir sind eine Rehabilitationsklinik, die sich schon seit 30 Jahren auf die Behandlung von PatientInnen mit orthopädischen und entzündlichen Gelenkerkrankungen spezialisiert hat.

Welche Akzente möchten Sie in der ÖGR setzen?

In der kommenden Funktionsperiode möchten wir die ÖGR noch mehr als Plattform der Vernetzung ausbauen. Wir wollen auch den akademischen Nachwuchs weiter fördern und deren Interesse an der Rheumatologie wecken. Ein weiterer Schwerpunkt wird sein, die finanzielle Basis der ÖGR nachhaltig zu sichern.

Wie sind Sie in die ÖGR gekommen?

Schon vor Beginn meines Studiums wollte ich Rheumatologin werden. Somit war ich auch von Anfang an mit den Aktivitäten der ÖGR vertraut. Die Jahrestagung war für mich ein jährlicher Fixpunkt. Nicht nur ist unsere Jahrestagung eine der besten Möglichkeiten für alle RheumatologInnen und Health Care Professionals uptodate zu bleiben, vor allem ist es aber eine Veranstaltung an der man sich in netten Rahmen trifft und sich austauschen kann. Vor zwei Jahren habe ich begonnen, in der ÖGR auch im Vorstand aktiv zu werden, so war ich die letzten zwei Jahre Kassier unserer Gesellschaft und habe somit die Aktivitäten sehr genau „von innen“ kennengelernt.

Was bietet die ÖGR jungen KollegInnen?

Die Jahrestagung ist für junge KollegInnen sicherlich eine großartige Fortbildung, auf der sie ein herausragendes Programm noch dazu umsonst besuchen können. Dafür muss das Interesse aber schon bestehen... wir haben in den letzten Jahren schon speziell fokussiert auf unseren rheumatologischen Nachwuchs mit einer Visibility Kampagne in einem eigenen Arbeitskreis um unsere Initiativen auch in modernen Medien zu transportieren. Und es wurde vor 2 Jahren die Summer School ins Leben gerufen, die Studierenden einen wunderbaren Einblick in unser Fachgebiet ermöglicht. Nicht zuletzt hat die Modernisierung unserer Homepage auch das Ziel verfolgt, hier eine bessere und attraktivere Anlaufstelle darzustellen.

Vielen Dank für das Interview, wir wünschen Ihnen als Geschäftsführerin der ÖGR alles Gute!

Interview Univ. Prof. Dr. Clemens Scheinecker
Univ. Prof. Dr. Clemens Scheinecker im ÖGR - Interview

Sehr geehrter Herr Prof. Scheinecker, sie sind seit kurzem der neue Leiter der wissenschaftlichen Sektion der ÖGR.

Wo steht derzeit die rheumatologische Forschung Österreichs im internationalen Vergleich?

Die rheumatologische Forschung spielt im internationalen Vergleich eine gewichtige Rolle und leistet hier seit Jahren einen beträchtlichen Beitrag. Dies bezieht sich sowohl auf wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der klinischen Forschung, als auch auf dem Gebiet der Grundlagenforschung. Dokumentiert werden diese Leistungen durch die hohe Anzahl an hochkarätigen Publikationen in international angesehenen wissenschaftlichen Zeitschriften als auch durch die aktive Teilnahme von österreichischen WissenschaftlerInnen an internationalen Meetings und Kongressen.

Wie kann die Forschung in Österreich noch gezielter gefördert werden?

Das Problem der österreichischen Forschungsförderung ist aus meiner Sicht vielschichtig. Um Forschung in Österreich gezielter zu fördern, wäre es vor allem notwendig, die im internationalen Vergleich vollkommen unzureichende Dotierung der öffentlichen Fördertöpfe deutlich zu erhöhen. Zweitens muss der bürokratische und organisatorische Aufwand zum Erhalt von Fördermitteln vereinfacht werden, der ja auch in geradezu grotesker Weise in keinerlei Relation zur Höhe der ausgeschütteten Mitteln steht. Drittens muss die Auswahl der zu Reviews eingeladenen Personen nach strengen und objektiven Qualitätskriterien erfolgen, etwas das in Vergangenheit meiner Erfahrung nach nicht immer der Fall war.

Was sind Ihre Ziele als wissenschaftlicher Leiter der ÖGR?

Ich möchte mich einerseits dafür einsetzen, dass die Fördermittel und Preise die die ÖGR jedes Jahr vergibt, möglichst rasch und effizient dort ankommen wo sie benötigt werden. Weiters werde ich mich bemühen, die sehr erfolgreiche Gestaltung der Jahrestagung im Sinne meiner Vorgänger fortzusetzten. Ich halte eine informative und spannende Jahrestagung für eine wichtig Visitenkarte der ÖGR. Ich werde daher auch viele junge Kollegen zu einer aktiven Mitarbeit einladen, um die Tagung für den rheumatologischen Nachwuchs so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Können Sie uns einen kurzen Überblick über Ihre Forschungsschwerpunkte geben?

In meiner eigenen wissenschaftliche Arbeit habe ich mich in den letzten Jahren unter anderem mit der Rolle von regulatorischen T Zellen und anderen T Zellpopulationen in Autoimmunerkrankungen beschäftigt sowie am in vivo imaging von granulomonozytären Zellen mittels Konfokal / Multiphotonen Mikroskopie gearbeitet. Daneben war ich principial inverstigator (PI) in verschiedenen klinischen Studien zur Untersuchung von TNF-Inhibitoren, anti-IL-12/23 Antikörpern, anti-IL-6 Antikörpern und small molecule compounds. Rezent habe ich die Leitung der Spezialambulanz für klinische Immunologie an unserer Abteilung übernommen, in der wir unter anderem PatientInnen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten betreuen. Auch daraus haben sich bereits einige interessante Forschungsansätze ergeben, die wir in der Zukunft noch weiter ausbauen möchten.

Welchen Rat würden Sie jungen Forscherinnen und Forschern gern mit auf den Weg geben?

Sich einem Thema zu widmen das einen wirklich interessiert und nicht einem Trend nachzulaufen, weil er gerade en vogue ist. Über den Tellerrand schauen und offen bleiben für unkonventionelle Ideen. Integrität sich selbst gegenüber und seiner Arbeit.

Interview Professor Smolen
Professor Josef Smolen im ÖGR - Interview

Prof. Josef Smolen war von 1989 bis 2017 Leiter der 2. Med. Abteilung am Krankenhaus Hietzing und von 1995 bis 2018 Vorstand der Klinischen Abteilung für Rheumatologie and der Klinik für Innere Medizin 3 der Medizinischen Universität Wien (MUW) / Allgemeines Krankenhaus (AKH) der Stadt Wien. Prof. Smolen ist der bislang erfolgreichste österreichische Rheumatologe und Autor von mehr als 600 wissenschaftlichen Arbeiten, welche unter anderem im NEJM, JAMA und Lancet publiziert wurden.

Herr Prof. Smolen, Sie sind vor wenigen Tagen als Professor von der Medizinischen Universität Wien emeritiert.

Wie hat sich die Abteilung für Rheumatologie am AKH von Ihren Anfängen bis heute aus Ihrer Sicht entwickelt?

Als ich an der Abteilung zu arbeiten begonnen habe, wurden viele Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) wochenlang stationär behandelt, waren körperlich oft schwer behindert und litten an extraartikulären Komplikationen wie Rheumaknoten, Vaskulitis oder einer Amyloidose. Heute werden dank der neuen Behandlungsmöglichkeiten die meisten Patienten ambulant betreut und haben kaum noch Behinderungen oder Komplikationen.

Die Abteilung selbst ist im Laufe der Zeit stetig gewachsen, sowohl was die Zahl der Mitarbeiter als auch was den wissenschaftlichen Output betrifft. Wir konnten die Ausbildung im Fach Rheumatologie stark verbessern und neue wissenschaftliche Methoden und experimentelle Modelle etablieren. Nicht zuletzt haben wir heute eine sehr gut etablierte klinische Forschung, Datenbanken und Biobanken, welche für verschiedene wissenschaftliche Fragestellungen genutzt werden können.

Was waren Ihre schönsten Erlebnisse an Ihren beiden Abteilungen?

Aus medizinischer Sicht war es bestimmt die erste Applikation eines TNFα Blockers. Ich erinnere mich noch genau: es handelte sich um eine etwa 40-jährige Patientin mit 2 kleinen Kindern, die durch die Krankheitsaktivität bedingt schwer körperlich beeinträchtigt war. Sie erhielt das Medikament und meinte am nächsten Morgen bei der Visite: „Herr Doktor, ich wusste gar nicht mehr, wie gut man sich fühlen kann“.

Es war auch ein wunderbares Gefühl, die positive Entwicklung der beiden Teams im Krankenhaus Hietzing und am AKH erlebt zu haben. Letztendlich war die Führung der beiden Abteilungen nur dadurch möglich, dass vollkommener Rückhalt durch die Mitarbeiter bestand, die von Herzen mit mir an der Weiterentwicklung der beiden Abteilungen bauen wollten, nicht in Konkurrenz standen sondern in einem Miteinander und mit wechselseitiger Unterstützung einschließlich gemeinsamer klinischer Projekte zusammenarbeiteten.

Aus wissenschaftlicher Sicht haben wir in vielen Bereichen Neuland betreten, sei es in der Osteoklastenforschung, oder im Bereich des Outcome Research durch Entwicklung neuer Scores für die RA oder Psoriasis Arthritis (PsA) und neuer Konzepte. Treat to Target wurde an unseren beiden Abteilungen schon lange gelebt, bevor die Empfehlungen veröffentlich wurden. Und die neuen Klassifikationskriterien für die Rheumatoide Arthritis tragen Daniel Aletaha als Erstautor.

Kommen wir zu Ihnen persönlich. Sie sind Jahrgang 1950. Wo haben Sie Ihre klinische und wissenschaftliche Ausbildung absolviert?

Meine wissenschaftliche Tätigkeit habe ich am Institut für Immunologie der Universität Wien bei Prof. Steffen begonnen. Dort haben wir uns bereits mit der experimentellen Arthritis beschäftigt. Danach begann ich meine internistische und rheumatologische Ausbildung an der 2. Medizinischen Universitätsklinik bei Prof. Geyer. Klinisch habe ich viel von den damaligen Oberärzten am AKH gelernt. Die Rheumatologie war damals eine sehr kleine – im Unterschied zu anderen Bereichen – lediglich an unserer Klinik im AKH angesiedelte Einheit, betreute Patienten vor allem stationär und verfügte über eine täglich 2-stündige Ambulanz mit einem Arzt.

Während der Ausbildung verbrachte ich fast 2 Jahre am NIH, wo ich unter Anleitung von Prof. Steinberg, aber auch Prof. Fauci und Prof. Shevach, einerseits Grundlagenwissenschaft auf dem Gebiet der zellulären Immunologie, andererseits klinische Datenanalysen zum systemischen Lupus durchführte. Es war dies die Zeit, als vom NIH die berühmte SLE-Cyclophosphamid Studie publiziert wurde, die bis heute Geltung hat.

Welches waren Ihre größten Erfolge?

Wie zuvor schon gesagt, war die fabelhafte Entwicklung der beiden Teams in Hietzing und am AKH für mich der größte persönliche Erfolg. Ich durfte mitverfolgen, wie aus meinen Mitarbeitern tolle Menschen und Kliniker wurden, die am Puls der Zeit und oft Takt angebend waren, und Forscher, die in den besten Journalen der Welt publizieren.

Und einige konkrete Projekte?

Wir waren – das war eine der NIH-Arbeiten – die ersten, die nachweisen konnten, dass CD8 Zellen auch Interleukin-2 produzieren, obwohl bis dahin das Dogma herrschte, dass nur CD4 Zellen dieses Zytokin ausschütten. In anderen Projekten konnte gezeigt werden, dass Osteoklasten die Gelenksdestruktionen bei der RA vorantreiben und aus der Synovialmembran und nicht aus dem Knochen stammen. Mehrere Arbeiten beschäftigten sich mit der Erfassung der Invalidität bei RA Patienten – wir haben das Konzept der irreversiblen Behinderung postuliert, bewiesen und eine Messmöglichkeit dafür entwickelt. Wir haben bei der RA ein neues Autoantigen beschrieben, das RA33, dessen Autoantikörper für die Diagnose der RA recht charakteristisch sind. Wir haben die Bedeutung der Frühtherapie mit Basistherapeutika bei der RA untermauert.

Wir haben Scores entwickelt, die heute international breit eingesetzt werden und die Grundlage internationaler Definitionen der Remission bei RA und PsA darstellen. Wir waren vielfach die ersten, die innovative Therapien studiert und dann auch ganz frühzeitig eingesetzt haben. Und nicht zuletzt zählten wir zu den ersten, die eine Früharthritis-Ambulanz und jedenfalls die ersten, die eine Triage-Ambulanz eingerichtet hatten. Und wenn ich „wir“ sage, dann meine ich das Team, dessen viele herausragende Protagonisten in Österreich und international gut bekannt sind und denen ich auf diesem Wege auch sehr danken möchte.

Die Rheumatologie hat in den letzten Jahrzehnten viele Neuerungen erlebt. Was war Ihrer Ansicht nach die wichtigste Weiterentwicklung in der Rheumatologie?

Wir haben viele neue Einsichten in die Pathogenese von rheumatischen Erkrankungen erhalten, welche letztendlich zur Entwicklung neuer Medikamente geführt haben. Der Einsatz von TNFα Blockern war sicher ein Meilenstein in der Rheumatologie, da dies der Beginn des Einsatzes einer neuen Generation von Medikamenten war. Heute setzt sich diese Entwicklung mit den Substanzen zur Hemmung der Signaltransduktion fort. Eine große Errungenschaft war aber auch die Entwicklung gemeinsamer Outcome -Kriterien in den 90er Jahren, da erst dadurch miteinander vergleichbare Studien möglich wurden. Nicht zuletzt waren aber auch die Erkenntnisse zur Optimierung des Einsatzes von Methotrexat ein großer Erfolg, da einerseits klar wurde, dass die entzündungshemmende Wirkung nicht durch den Antagonismus der Folsäure zustande kommt, andererseits dass die Kombination von Methotrexat und Biologika wirksamer ist als jedes dieser Medikamente für sich alleine.

Wie wird die Rheumatologie im Jahre 2050 aussehen? Was könnten wir von der Forschung erwarten?

Ich denke, dass wir im Jahre 2050 die Rätsel zu den Ursachen der RA und anderen rheumatischen Erkrankungen geknackt haben und in Folge präventiv agieren können werden. Ob dies mit einer Impfung oder mit einer bestimmten Behandlung zur Beeinflussung des Mikrobioms des Darms, der Mundflora oder der Haut sein wird, bleibt abzuwarten. In den Fällen, in denen die Erkrankung nicht verhindert oder geheilt werden kann, werden wir mittels molekularer Marker besser vorhersagen können, welche Patienten auf welche Behandlung besonders gut oder gar nicht ansprechen werden. Vermutlich wird es auch Tests geben, die es ermöglichen, in der gesunden Bevölkerung Menschen mit erhöhtem Risiko für eine rheumatische Erkrankung frühzeitig zu identifizieren und einer präventiven Behandlung zuzuführen.

Und wie wird die Rheumatologie in Österreich in 20 Jahren aussehen?

Wie vorhin erwähnt, sind entzündlich- rheumatische Erkrankungen in Zukunft vielleicht heilbar oder können sogar verhindert werden. Die Aufgaben des Rheumatologen werden sich wohl verändern, so wie man das auch jetzt schon in anderen Fachbereichen beobachtet. Einerseits wird die Rheumatologie aufgrund ihrer Erfolge und der demographischen Entwicklung noch breiter aufgestellt sein als heute, in Wien etwa auch jenseits der Donau oder in Bundesländern, wo sie derzeit nicht existieren, mit entsprechend gewidmeten Abteilungen, andererseits wird die tagesklinische Versorgung zunehmen. Eine große Herausforderung wird die Behandlung der Arthrose werden, aber auch hier wird es in Zukunft neue Erkenntnisse geben, so dass der Verlauf der Erkrankung günstig beeinflusst werden kann.

Herr Prof Smolen, worauf freuen Sie sich in den nächsten Jahren, wofür Sie bisher keine Zeit hatten?

Ich werde auf alle Fälle mehr Zeit mit meinen Enkelkindern verbringen. Ich plane zudem, ein weiteres Buch über expressionistische Literatur herauszugeben. Aber auch in der Rheumatologie wird mir nicht langweilig werden, zumal ich noch einige wissenschaftliche Projekte geplant habe und einige Jahre Editor der Annals of Rheumatic Diseases sein werde.

Vielen Dank für das Interview, wir wünschen Ihnen privat und beruflich weiterhin alles Gute.

Kooptierte Mitglieder

Österreichische Gesellschaft für Physikalische Medizin

Univ. Doz. Dr. Erich Mur

Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation
Anichstr. 35
6020 Innsbruck
Tel: +43 (0)512 504 81416
Tel: +43 (0)512 504 23370
Fax: +43 (0)512 504 23370
erich.mur@i-med.ac.at

 

Österreichische Gesellschaft für Orthopädie

Prim. Dr. Peter Zenz

Orthop. Zentrum OWS
Sanatoriumstraße 2
1140 Wien
Tel: +43 (0)1 91060 43008
Fax: +43 (0)1 91060 43009
peter.zenz@wienkav.at

 

Krankenhaus Hietzing

Dr. Jutta Stieger

 

2. Med. Abteilung, Pav. 3A
Wolkersbergenstrasse 1
1130 Wien
jutta.stieger@gmx.at
jutta.stieger@wienkav.at

 

SMZ Süd - Kaiser-Franz-Josef-Spital

OA Dr. Bernhard Duhm

2. Medizinische Abteilung mit Rheumatologie und Osteologie sowie Akutgeriatrie
Kundratstraße 3
1100 Wien

 

Wilhelminenspital Wien, 5. Med. Abt.

OÄ Dr. Jeanette Wolf

5. Medizinische Abteilung mit Rheumatologie, Stoffwechselerkrankungen und Rehabilitation
Wilhelminenspital der Stadt Wien
Montleartstraße 37
1160 Wien
Tel: +43 (0)1 49150 2508
Fax: +43 (0)1 49150 2509
jeanette.wolf@wienkav.at

Statuten der ÖGR

Statuten der ÖGR

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Bisherige Präsidenten
Bisherige Präsidenten
1949-1972: Univ.-Prof. Dr. K. Gotsch
1973: Dr. Schindler
1974: Prof. DDr. E. Borkenstein
1974-1978: Univ.-Prof. Dr. C. Steffen
1978-1982: Univ.-Prof. Dr. R. Günther
1982-1986: Prof. Dr. N. Thumb
1986-1990: Prof. Dr. R. Eberl
1990-1992: Prof. Dr. G. Klein
1992-1994: Univ.-Doz. Dr. Karl Chlud
1994-1996: Prof. Dr. G. Kolarz
1996-1998: Prim. Dr. W. Siegmeth
1998-2000: Prim. Doz. Dr. F. Rainer
2000-2002: Prim. Prof. Dr. H. Bröll
2002-2004: Prim. Doz. Dr. A. Dunky
2004-2006: Prim. Univ.-Prof. Dr. J. Smolen
2006-2008: Prim. Univ.-Prof. Dr. W. Graninger
2008-2010: Prim. Priv.-Doz. Dr. B. Leeb
2010-2012: ao. Univ.-Prof. DDr. Manfred Herold
2012-2014: Prim. Dr. Gabriele Eberl MBA
2014-2016: Univ.-Prof. Dr. Klaus Machold
2016-2018: Dr. Rudolf Puchner
Ehrenmitglieder
Ehrenmitglieder

Ehrenmitglieder können Personen werden, die sich besondere Verdienste um die Rheumatologie erworben haben.

 

1953: Prof. Dr. Jarlow, vestorben
1953: Prof. Dr. Nonnenbruch, vestorben
1976: MR Prof. Dr. Wilhelm Freiherr von Blumencron, verstorben 1984
1978: HR Prof. DDr. E. Borkenstein, Leoben, verstorben
1978: Prof. Dr. H. Mathies, D-Abbach-Pesing
1978: Prof. Dr. Klaus Mielke, D-Wiesbaden, verstorben 2009
1982: Prof. Dr. Sitay, Piestany, verstorben
1987: Prof. Dr. Stöber, Wimsbach-Neydharting, verstorben
1988: Prof. Dr. C. Steffen, Wien, verstorben 1989
Prof. DDr. h.c. Hans Jesserer, Wien, verstorben 1999
1989: Prof. Dr. Schilling, D-Mainz
Prof. Dr. Trnavsky, Prag
1992: Prof. Dr. F. Wagenhäuser, verstorben 1999
1993: Prof. Dr. Eberl, Wien, verstorben 2006
Prof. Dr. Hans Georg Fassbender, D-Mainz
Prof. Dr. Béla Gömör, H-Budapest
1995: Prof. Dr. Schattenkirchner, D-München
1999: Prof. Dr. Gernot Kolarz, Baden
Prof. Dr. Henning Zeidler, Deutschland
2009: Prof. Dr. Gert Klein, Graz
2018: ao.Prof. Dr. Manfred Herold, Innsbruck

Medaille der ÖGR (Fellinger-Gotsch-Jesserer-Steffen-Medaille):

Die Verleihung erfolgt an Personen, die sich langjährig, hervorragend wissenschaftlich und/oder organisatorisch bzw. sozial auf dem Gebiet der Rheumatologie betätigt haben; ihre Tätigkeit hat einen Bezug zur Österr. Rheumatologie aufzuweisen.

1994: Prof. DDr. h.c. mult. Karl Fellinger, Wien, verstorben
Prof. DDr. h.c. Hans Jesserer, Wien, verstorben
Prof. Dr. Carl Steffen, Wien, verstorben
Prof. Dr. Karl Gotsch, Graz, verstorben
1996: Prof. PHD MD. Morris Ziff, USA-Dallas, verstorben 2005
Prof. Dr. Bernard Amor, F-Paris
1997: Prof. Dr. Collin Barnes, UK-Chagford Devon
Prof. Dr. F. Wagenhäuser verstorben
1999: HR Prof. Dr. R. Eberl, Wien, verstorben 2006
2002: Prof. Dr. Norbert Thumb, Baden
2003: Prof. Dr. Gernot Kolarz, Baden
Prof. Dr. Joachim R. Kalden, D-Erlangen
2004: Prof. Dr. Gert Klein, Saalfelden
2005: Dr. Walter Siegmeth, Wien, verstorben 2014
2008: Univ.Prof. Dr. Hans Bröll, Wien
Univ.Doz. Dr. Attila Dunky, Wien
2010: Univ.Prof. Dr. R. Günther, Innsbruck, verstorben 2017
2018: Univ.Prof. Dr. Josef Smolen, Wien

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Seit dem Relaunch der ÖGR – Website sind einige Monate vergangen, und wir hoffen, dass Sie unsere Website gerne regelmäßig besuchen, die Inhalte interessant finden und nichts Wesentliches vermissen. Unter anderem werden die Patienteninformationsbögen für Basistherapeutika derzeit vom ÖGR - AK Medikamentöse Therapien aktualisiert und in Kooperation mit dem ÖGR – AK Schwangerschaft und Kinderwunsch an die aktuelle Datenlage adapiert.

 

Wie Sie vielleicht wissen, liegt ein Focus meiner Interessen in der Förderung und Unterstützung junger Kolleginnen und Kollegen. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt der 1. ÖGR – Summer School 2017 haben wir von 08.07. – 11.07.2018 die 2. ÖGR – Summer School in Saalfelden abgehalten. Heuer konnten wir noch mehr Studierende zu dieser Veranstaltung einladen und möchten damit einen wesentlichen Beitrag zur notwendigen rheumatologischen Nachwuchsförderung in Österreich leisten. Anlässlich der Jahrestagung 2018 werden wir darüber berichten.

 

Die Ergebnisse der 2017 durchgeführten ÖGR-Umfrage zur Bedarfserhebung an rheumatologischer Versorgung in Österreich sind in Auswertung. Wir sind überzeugt, mit diesen Daten die Positionen und Anliegen von Österreichs Rheumatologen auch gegenüber Entscheidungs- und Kostenträgern besser vertreten und untermauern zu können.

Für Fragen, Kritik und Anregungen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung und bin für Ihr Feedback dankbar!

 

 

 

Ihr Rudolf Johannes Puchner

„Österreichs Rheumapatienten verdienen eine bessere Versorgung“

Dr. Rudolf Puchner, MSc MBA, Präsident der ÖGR und selbst niedergelassener Internist, Rheumatologe und Gastroenterologe, glaubt, dass in Österreich noch viel getan werden muss, um die Versorgung von Rheumapatienten vor allem außerhalb der großen Städte sicherzustellen.

 

Gibt es genug Rheumatologen in Österreich, Herr Dr. Puchner?

Wir glauben, dass wir auf einen Engpass zusteuern und bald viel mehr junge Rheumatologen in Österreich nötig sein werden – vor allem in den Bundesländern und ländlichen Regionen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass zumindest ein Rheumatologe auf etwa 50.000 Einwohner sinnvoll wäre. Nun gibt es zwar in Österreich etwas mehr als 200 Internisten mit dem Additivfach Rheumatologie, aber viele davon arbeiten nur einen Teil ihrer Zeit mit Rheumakranken.

 

Woran liegt das?
Die Gründe sind vielfältig. Für manche ist die Rheumatologie nur ein kleiner Teil ihrer klinischen Tätigkeit, andere arbeiten altersbedingt weniger. Der Hauptgrund ist jedoch, dass die meisten niedergelassenen Rheumatologen auch internistisch tätig sind bzw. auch sein müssen, weil die Betreuung von Rheumakranken allein nicht wirtschaftlich genug ist. Denn obwohl die Diagnose und Behandlung von Rheuma sehr komplex und zeitaufwändig ist, wird sie von den Krankenkassen nicht ausreichend abgegolten. Das muss sich schnell ändern, damit die Versorgungssituation überall in sinnvollem Umfang gewährleistet bleiben kann.

 

Sie stellen bald eine Studie vor, die aufzeigt, wie gut Österreich mit Rheumatologen versorgt ist. Können Sie schon einige Ergebnisse verraten?
Diese Studie trägt erstmals der Tatsache Rechnung, dass kaum ein Rheumatologe sich Vollzeit der Behandlung von Rheuma widmen kann. Deshalb dient ein Vollzeitäquivalent als Basis. So wird erstmals wirklich sichtbar, wie gut oder schlecht die Versorgungssituation ist. In Wien und Niederösterreich ist sie beispielsweise mit einem Rheumatologen auf 40.000 beziehungsweise 57.000 Einwohner noch sehr gut. Aber in Tirol oder dem Burgenland schnellen diese Werte auf 1 zu 74.000 oder gar 1 zu 234.000 hoch und zeigen klar, dass die Menschen dort mehr rheumatologisch tätige Ärzte bräuchten.

 

Was müsste man tun, um diese Situation zu verbessern?
Es muss attraktiver werden, eine Praxis für Rheumatologie zu eröffnen. Das gelingt aber nur, wenn es auch für Kassenärzten eine Verrechnungsposition für rheumatologische Diagnose, Therapieeinstellung und Überwachung gibt. Wir haben hier gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern in Oberösterreich schon einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Rheumatologen bekommen pro Patient und Quartal 65 Euro. Allerdings ist diese Maßnahme leider lediglich auf die ersten 7 % aller Patienten limitiert.

 

Wie ist die Lage in anderen Ländern? Gibt es dort Modelle, die besser funktionieren?
Deutschland hat das in den letzten Jahren besser gemacht. Dort ist es beispielsweise möglich, dass sich Rheumatologen in Gruppenpraxen zusammenschließen. Das minimiert das medizinische wie das wirtschaftliche Risiko einer Praxisneugründung. Diese und andere Maßnahmen haben dazu geführt, dass in Deutschland 70 % der Rheumatologen im niedergelassenen Bereich arbeiten. In Österreich arbeitet dagegen nur etwa ein Drittel selbständig.

 

Hätte es nicht einen volkswirtschaftlichen Vorteil, wenn Rheuma früher diagnostiziert und behandelt würde?
Absolut. Um die Krankheit zum Stillstand zu bringen oder ihre Aktivität zu reduzieren, ist eine rasche Diagnose und Therapie entscheidend. Bei der rheumatoiden Arthritis sind die Chancen auf einen gutartigen und beschwerdearmen Verlauf bei einem Behandlungsbeginn innerhalb von drei Monaten nach Auftreten der ersten typischen Symptome am besten. Eine höhere Verfügbarkeit von Rheumatologen zeigt hier besonders positive Effekte. Wir konnten das mit der Einführung einer Akutbegutachtungssprechstunde in Oberösterreich zeigen. Vor der Einführung präsentierten sich lediglich 16,6 % der Patienten innerhalb von drei Monaten seit Symptombeginn beim Rheumatologen. Nach Einführung waren es 43 %.

 

Wie sieht es generell mit den Wartezeiten auf einen Termin beim Rheumatologen aus?
Wie schon angedeutet, sind die Wartezeiten noch zu lange. Es gibt vor allem außerhalb der großen Städte zu wenige Rheumatologen und diese müssen sich oft auch anderen Krankheitsbildern widmen. Aber das Problem zu später Diagnosen ließe sich auch über eine verstärkte Kooperation mit den Allgemeinmedizinern verbessern. Daher arbeiten wir seit geraumer Zeit vermehrt an einer Optimierung der Zusammenarbeit, damit die internistischen Rheumatologen so früh wie möglich in die Diagnose bei Beschwerden des Bewegungs- und Stützapparats eigebunden werden.

 

Damit sich die genannten Probleme in Österreich lösen lassen, müssen nicht nur die strukturellen Rahmenbedingungen passen. Es müssen sich auch wieder mehr junge Medizinerinnen und Mediziner für Ihr Fach begeistern. Wie überzeugen Sie sie?
Indem wir noch mehr nach außen tragen, was für ein unglaublich interessantes und zukunftsfähiges Fach die Rheumatologie ist. Ich habe mit der Rheumatologie begonnen, als es nur sehr wenige Medikamente gegen Rheuma gab. Damals hätten wir uns nie träumen lassen, welche therapeutischen Möglichkeiten es durch die Biologika heute gibt. Für mich war es eines der drei wirklich einschneidenden Erlebnisse meines Medizinerlebens, als es gelang, eine entzündliche Gelenkerkrankung wirklich zum Stillstand zu bringen. Ich bin fest überzeugt, dass gerade unser Fachbereich auch für die nächste Generation an Medizinern noch viele weitere solcher Momente bereit hält. Deswegen haben wir heuer als Nachwuchsförderung erstmalig eine Rheuma Summer School für rheumatologisch interessierte Medizinstudenten und -studentinnen höherer Semester ins Leben gerufen – mit großem Erfolg.

 

Herr Dr. Puchner, vielen Dank für das Gespräch!

Präsident

Dr. Rudolf Puchner, MSc MBA

Tel: +43 (0)7242 70625
rudolf.puchner@cc-net.at

 

Geschäftsführerin

OÄ Dr. Judith Sautner

Landesklinikum Weinviertel Stockerau
2. Med. Abteilung
Landstraße 18
2000 Stockerau
Tel: +43 (0)2266 9004 22851
Fax: +43 (0)2266 9004 49818
judith.sautner90@gmail.com

 

1. Vizepräsident („Past-President“)

Univ.-Prof. Dr. Klaus Machold

Universitätsklinik Innere Medizin III
Klin. Abt. f. Rheumatologie
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
Tel: +43 (0)1 40400 43590
Fax: +43 (0)1 40400 43060
klaus.machold@meduniwien.ac.at

 

2. Vizepräsident

ao. Univ.-Prof. Dr. Kurt Redlich

Universitätsklinik Innere Medizin III
Klin. Abt. f. Rheumatologie
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
+43 (0)1 40400 4300
kurt.redlich@meduniwien.ac.at

 

Finanzreferentin

Prim. Priv.-Doz. Dr. Valerie Nell-Duxneuner

Klinikum Peterhof
Sauerhofstrasse 9-13
A-2500 Baden
valerie.nell-duxneuner@noegkk.at

 

Leiter der medizinisch-wissenschaftlichen Sektion

Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Christian Dejaco, Ph.D., MBA

Dienst für Rheumatologie | Servizio di reumatologia
Südtiroler Sanitätsbetrieb | Azienda Sanitaria dell'Alto Adige
Krankenhaus Bruneck | Ospedale di Brunico
39031 Bruneck | Brunico (ITA)
und
Medizinische Universität Graz
8036 Graz (Ö)
Tel.: +39-0474-581862
christian.dejaco@sabes.it

 

Leiter der medizinisch-sozialbetreuenden Sektion

Univ.-Doz. Dr. Johann Gruber

Universitätsklinik für Innere Medizin II
Rheumatologie
Anichstraße 35
6020 Innsbruck
Tel: +43 (0)512 504 80382
Fax: +43 (0)512 504 6780382
johann.gruber@i-med.ac.at

 

Leiter der Berufsständischen Sektion

Univ.-Doz Dr. Herwig Pieringer

AKH Linz
Interne 2
Krankenhausstr 9
4020 Linz
Tel: +43 (0)732 7806 0
herwig.pieringer@akh.linz.at

 

Leiterin der Sektion für Kooperationen

Prim. Dr. Monika Mustak-Blagusz, MBA

SKA Rehabilitationszentrum Gröbming
Hofmanning 214
8962 Gröbming
Tel: +43 (0)3685 22323 0
monika.mustak@rheuma-internistin.at
www.rheuma-internistin.at

 

Vorstandsmitglied

DDr. Christina Duftner

Universitätsklinik für Innere Medizin II
Rheumatologie
Anichstraße 35
6020 Innsbruck
christina.duftner@gmx.at

 

Vorstandsmitglied

Dr. Wolfgang Halder

Abt. f. Innere Medizin
LKH Hochzirl
6170 Zirl
Tel: +43 (0)5238 501
wolfgang.halder@tirol-kliniken.at

 

Vorstandsmitglied

Priv.-Doz. OA Dr. Josef Hermann

Abteilung für Rheumatologie und Immunologie
Universitätsklinik für Innere Medizin
Auenbruggerplatz 15
8036 Graz
Tel: +43 (0)316 385 17779
Fax: +43 (0)316 385 17813
josef.hermann@medunigraz.at

 

Vorstandsmitglied

Priv.-Doz. Dr. Jochen Zwerina

1. Medizinische Abteilung und
Ludwig Boltzmann Institut für Osteologie
Hanusch Krankenhaus
Heinrich-Collin-Str. 30
1140 Wien
Tel: +43 (0)1 91021 85730
jochen.zwerina@osteologie.at

 

Vorstandsmitglieder der ÖGR

Präsident

Prim. Univ.Prof. Dr. Kurt Redlich

KH Hietzing mit Neurolog. Zentrum Rosenhügel; 2. Med. Abt;
Zentrum f. Diagnostik u. Therapie rheum. Erkrankungen
Tel: +43 1 80110 3173
kurt.redlich@wien.kav.at

 

Geschäftsführerin

Prim. Priv.-Doz. Dr Valerie Nell-Duxneuner

Klinikum Peterhof
Sauerhofstrasse 9-15
2500 Baden
Tel: +43 2252 48 177
valerie.nell-duxneuner@noegkk.at

 

1. Vizepräsident („Past-President“)

Dr. Rudolf Puchner, MSc MBA

Ordination:
Freiung 19
4600 Wels
Tel: +43 (0)7242 70625
rudolf.puchner@cc-net.at

 
 

2. Vizepräsidentin

OÄ Dr. Judith Sautner

Landesklinikum Weinviertel Stockerau
2. Med. Abteilung
Landstraße 18
2000 Stockerau
Tel: +43 2266 9004 22851
Fax: +43 (0)2266 9004 49818
judith.sautner90@gmail.com

 

Finanzreferentin

Dr. Antonia Puchner

Universitätsklinik Innere Med III
Klin Abt f Rheumatologie
Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien
Tel: +43 1 40400 4300
antonia.puchner@meduniwien.ac.at

 

Leiter Sektion Wissenschaft

Univ.-Prof. Dr. Clemens Scheinecker, MBA

Universitätsklinik Innere Med III
Klin Abt f Rheumatologie
Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien
Tel: +43 1 40400 4300
clemens.scheinecker@meduniwien.ac.at

 

Leiter Sektion Patienten-partnerschaft

Priv.-Doz. OA Dr. Josef Hermann

Klinische Abteilung für Rheumatologie und Immunologie
Universitätsklinik für Innere Medizin
Auenbruggerplatz 15, 8036 Graz
Tel: +43 316 385 80248
josef.hermann@medunigraz.at

 

Leiter Sektion berufliche Interessenvertretung

Priv.-Doz. Dr. Babak Yazdani-Biuki

Tel: +43 3382 54178
office@yazdani.cc

 

Leiter Sektion Kooperationen

Univ.-Doz. Dr. Johann Gruber

Universitätsklinik für Innere Medizin II
Rheumatologie
Anichstraße 35
6020 Innsbruck
Tel: +43 (0)512 504 80382
Fax: +43 (0)512 504 6780382
johann.gruber@i-med.ac.at

 

Vorstandsmitglied

Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Christian Dejaco, Ph.D., MBA

Dienst für Rheumatologie | Servizio di reumatologia
Südtiroler Sanitätsbetrieb | Azienda Sanitaria dell'Alto Adige
Krankenhaus Bruneck | Ospedale di Brunico
39031 Bruneck | Brunico (ITA)
und
Medizinische Universität Graz
8036 Graz (Ö)
Tel.: +39-0474-581862
christian.dejaco@sabes.it

 

Vorstandsmitglied

DDr. Christina Duftner

Universitätsklinik für Innere Medizin II
Rheumatologie
Anichstraße 35
6020 Innsbruck
christina.duftner@gmx.at

 
 
 

Vorstandsmitglied

Priv.-Doz. Dr. Jochen Zwerina

1. Medizinische Abteilung und
Ludwig Boltzmann Institut für Osteologie
Hanusch Krankenhaus
Heinrich-Collin-Str. 30
1140 Wien
Tel: +43 (0)1 91021 85730
jochen.zwerina@osteologie.at

 
Professor Kurt Redlich im ÖGR - Interview

Sehr geehrter Herr Prof. Redlich. Sie sind seit kurzem Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation.

Welches werden die Schwerpunkte Ihrer Präsidentschaft sein?

Meine Schwerpunkte müssen, konsequent zu Ende gedacht, die Schwerpunkte sein, die für unsere Patienten und Patientinnen wichtig sind!

Und was mag für Rheumapatienten wichtig sein?

Zum einen die Gewissheit, dass die Erkrankungen an denen sie leiden, in all ihrer Vielfalt immer besser verstanden- und damit auch therapiert werden können.

Dazu braucht es Menschen, Geld und Orte der Begegnung. Menschen, die sich für rheumatologische Forschung interessieren haben wir in Österreich viele, Geld schon weniger aber da versucht die ÖGR im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Unterstützungen, Preisen oder Stipendien zu helfen. Orte der Begegnung heißt im Zusammenhang der Forschung natürlich: Etablierung und Stärkung des Faches Rheumatologie an den Universitäten, aber durchaus auch Vernetzung mit außeruniversitärer Forschung. Hier können wir sicher in Österreich noch besser werden und der Vorstand der ÖGR wird weiter alles daransetzen, diese Vernetzungen zu stärken, sei es national oder international.

Zum anderen brauchen wir eine gute Versorgung, das heißt gute Rheumatologen und Rheumatologinnen, aber auch gut geschulte Health-Care- Professionals. Daher sind wir als ÖGR eminent an Ausbildung und Weiterbildung interessiert und betreiben diese auch aktiv. Unsere Jahrestagung ist dafür der Beste, wenn auch nicht einzige Ausweis. Im Übrigen halte ich es für einen unhaltbaren Zustand, dass man als niedergelassener Rheumatologe nicht leben kann, zumindest nicht wenn man eine Kassenordination hat. Hier werden wir Gespräche mit allen beteiligten Institutionen führen.

In welche Richtung wird sich die ÖGR in Zukunft entwickeln?

Das kann ich naturgemäß nicht beantworten. Aber auf die Frage wie sollte sich die ÖGR entwickeln, möchte ich antworten: die ÖGR war, ist und wird immer die Heimat und Plattform der österreichischen Rheumatologinnen und Rheumatologen sein. Und damit meine ich keinesfalls nur die Ärztinnen und Ärzte, sondern alle im Sinne des oben gesagten.

Wie kann der medizinische Nachwuchs für die Rheumatologie begeistert werden?

Der medizinische Nachwuchs ist von der Rheumatologie begeistert, das ist die Wahrheit. Unser Fach ist so vielfältig und spannend! Im Übrigen habe ich noch keinen getroffen, der, nachdem er mit Rheumapatienten gearbeitet hat nicht begeistert gewesen wäre. Aber klar ist auch: wir müssen mehr Menschen an unser Fach heranführen. Aber da hat die ÖGR in der Vergangenheit zb mit der Summer-School als Ausbildungsformat für Medizinstudentinnen schon gute Arbeit geleistet. Wir werden das fortführen und ausbauen.

Zu Ihnen persönlich. Sie sind Primarius der 2. Medizinischen Abteilung - Zentrum für Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen des Krankenhauses Hietzing. Wo haben Sie Ihre Medizinische Karriere begonnen?

Jedenfalls nicht im Gymnasium, denn dort habe ich 9 statt 8 Jahre verbracht. Während des Medizinstudiums habe ich dann auf einer Orthopädie famuliert, wo zahlreiche Kinder und Jugendliche mit juvenilem Rheuma operiert werden mussten. All diese Patientinnen und Patienten hatten nämlich mangels guter Therapien, schon in jungen Jahren schwerste Gelenkzerstörungen, und nicht wenige waren an den Rollstuhl gefesselt. Das war schon berührend! Den eigentlichen Anstoß hat eine Vorlesung von Prof. Peterlik (damaliger Leiter am Institut für Allgemeine und Experimentelle Pathologie Wien) gegeben, dort hat er eine damals neue Technik die PCR vorgestellt und erklärt. Viele Studenten haben sich gefragt: „wozu brauche ich das wissen, wenn ich Arzt werden will?“ Ich fand diese innovativen Techniken spannend und habe in Folge bei Prof. Peterlik wissenschaftlich zu arbeiten begonnen, und bin dann zu Prof. Smolen an die Rheumatologie der MUW gewechselt. Dort bin ich immerhin 24 Jahre geblieben und habe von ihm und unserem Team viel gelernt: menschlich und medizinisch.

Welches sind Ihre wissenschaftlichen und medizinischen Schwerpunkte?

Prof. Peterlik hat sich mit dem Knochenstoffwechsel beschäftigt und ich habe mich sehr für den Osteoklasten interessiert. Zu der Zeit lag der Focus vor allem auf dem Krankheitsbild der Osteoporose. Als ich dann auf die Rheumatologie gewechselt bin, haben wir uns sehr intensiv mit den Mechanismen der lokalen Gelenkzerstörung beschäftigt und welche Rolle die Osteoklasten dabei spielen.

Medizinisch interessiere ich mich vor allem für die Spondylarthritis, aber in Wahrheit finde ich die ganze Breite der rheumatologischen Erkrankungen hoch spannend. Um diese diagnostisch und therapeutisch gut abzudecken, bedarf es aber eines guten Teams und dieses Team habe ich hier an der Abteilung in Hietzing vorgefunden. Das ist ein Geschenk und ich bin sehr froh darüber.

Vielen Dank für das Interview, wir wünschen Ihnen für das Präsidentenamt der ÖGR alles Gute!

Priv.-Doz.Dr. Valerie Nell-Duxneuner im ÖGR - Interview

Sehr geehrte Frau Priv.Doz. Nell-Duxneuner. Sie sind seit kurzem Geschäftsführerin der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation.

Worin besteht die Rolle der Geschäftsführung?

Die Geschäftsführung hat in meinem Verständnis vor allem eine koordinierende Rolle. Wir wollen als Vorstand gemeinsam das Ziel erreichen, Initiativen, die neue Erkenntnisse in der Rheumatologie generieren oder Wissen vermitteln, zu fördern. Wir wollen dafür national und international mit Patienten, Kollegen und anderen Fachgruppen und Professionen zusammenarbeiten. Bei diesen Kooperationen geht es viel um den Aufbau oder die Betreuung bestehender Netzwerke, wobei den einzelnen Vorstandsmitgliedern hier gezielte Funktionen zukommen. Als Geschäftsführerin sehe ich meine Aufgabe im Vernetzen und aktiven Mitgestalten der Initiativen.

Wo sind sie derzeit tätig und in welcher Funktion?

Ich bin mit Leib und Seele Rheumatologin. Während und nach meiner Ausbildung im AKH und im Hanusch Krankenhaus habe ich mich auf die Behandlung der frühen rheumatoiden Arthritis spezialisiert. Seit ein paar Jahren bin ich ärztliche Leiterin im Klinikum Peterhof der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse in Baden bei Wien. Wir sind eine Rehabilitationsklinik, die sich schon seit 30 Jahren auf die Behandlung von PatientInnen mit orthopädischen und entzündlichen Gelenkerkrankungen spezialisiert hat.

Welche Akzente möchten Sie in der ÖGR setzen?

In der kommenden Funktionsperiode möchten wir die ÖGR noch mehr als Plattform der Vernetzung ausbauen. Wir wollen auch den akademischen Nachwuchs weiter fördern und deren Interesse an der Rheumatologie wecken. Ein weiterer Schwerpunkt wird sein, die finanzielle Basis der ÖGR nachhaltig zu sichern.

Wie sind Sie in die ÖGR gekommen?

Schon vor Beginn meines Studiums wollte ich Rheumatologin werden. Somit war ich auch von Anfang an mit den Aktivitäten der ÖGR vertraut. Die Jahrestagung war für mich ein jährlicher Fixpunkt. Nicht nur ist unsere Jahrestagung eine der besten Möglichkeiten für alle RheumatologInnen und Health Care Professionals uptodate zu bleiben, vor allem ist es aber eine Veranstaltung an der man sich in netten Rahmen trifft und sich austauschen kann. Vor zwei Jahren habe ich begonnen, in der ÖGR auch im Vorstand aktiv zu werden, so war ich die letzten zwei Jahre Kassier unserer Gesellschaft und habe somit die Aktivitäten sehr genau „von innen“ kennengelernt.

Was bietet die ÖGR jungen KollegInnen?

Die Jahrestagung ist für junge KollegInnen sicherlich eine großartige Fortbildung, auf der sie ein herausragendes Programm noch dazu umsonst besuchen können. Dafür muss das Interesse aber schon bestehen... wir haben in den letzten Jahren schon speziell fokussiert auf unseren rheumatologischen Nachwuchs mit einer Visibility Kampagne in einem eigenen Arbeitskreis um unsere Initiativen auch in modernen Medien zu transportieren. Und es wurde vor 2 Jahren die Summer School ins Leben gerufen, die Studierenden einen wunderbaren Einblick in unser Fachgebiet ermöglicht. Nicht zuletzt hat die Modernisierung unserer Homepage auch das Ziel verfolgt, hier eine bessere und attraktivere Anlaufstelle darzustellen.

Vielen Dank für das Interview, wir wünschen Ihnen als Geschäftsführerin der ÖGR alles Gute!

Univ. Prof. Dr. Clemens Scheinecker im ÖGR - Interview

Sehr geehrter Herr Prof. Scheinecker, sie sind seit kurzem der neue Leiter der wissenschaftlichen Sektion der ÖGR.

Wo steht derzeit die rheumatologische Forschung Österreichs im internationalen Vergleich?

Die rheumatologische Forschung spielt im internationalen Vergleich eine gewichtige Rolle und leistet hier seit Jahren einen beträchtlichen Beitrag. Dies bezieht sich sowohl auf wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der klinischen Forschung, als auch auf dem Gebiet der Grundlagenforschung. Dokumentiert werden diese Leistungen durch die hohe Anzahl an hochkarätigen Publikationen in international angesehenen wissenschaftlichen Zeitschriften als auch durch die aktive Teilnahme von österreichischen WissenschaftlerInnen an internationalen Meetings und Kongressen.

Wie kann die Forschung in Österreich noch gezielter gefördert werden?

Das Problem der österreichischen Forschungsförderung ist aus meiner Sicht vielschichtig. Um Forschung in Österreich gezielter zu fördern, wäre es vor allem notwendig, die im internationalen Vergleich vollkommen unzureichende Dotierung der öffentlichen Fördertöpfe deutlich zu erhöhen. Zweitens muss der bürokratische und organisatorische Aufwand zum Erhalt von Fördermitteln vereinfacht werden, der ja auch in geradezu grotesker Weise in keinerlei Relation zur Höhe der ausgeschütteten Mitteln steht. Drittens muss die Auswahl der zu Reviews eingeladenen Personen nach strengen und objektiven Qualitätskriterien erfolgen, etwas das in Vergangenheit meiner Erfahrung nach nicht immer der Fall war.

Was sind Ihre Ziele als wissenschaftlicher Leiter der ÖGR?

Ich möchte mich einerseits dafür einsetzen, dass die Fördermittel und Preise die die ÖGR jedes Jahr vergibt, möglichst rasch und effizient dort ankommen wo sie benötigt werden. Weiters werde ich mich bemühen, die sehr erfolgreiche Gestaltung der Jahrestagung im Sinne meiner Vorgänger fortzusetzten. Ich halte eine informative und spannende Jahrestagung für eine wichtig Visitenkarte der ÖGR. Ich werde daher auch viele junge Kollegen zu einer aktiven Mitarbeit einladen, um die Tagung für den rheumatologischen Nachwuchs so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Können Sie uns einen kurzen Überblick über Ihre Forschungsschwerpunkte geben?

In meiner eigenen wissenschaftliche Arbeit habe ich mich in den letzten Jahren unter anderem mit der Rolle von regulatorischen T Zellen und anderen T Zellpopulationen in Autoimmunerkrankungen beschäftigt sowie am in vivo imaging von granulomonozytären Zellen mittels Konfokal / Multiphotonen Mikroskopie gearbeitet. Daneben war ich principial inverstigator (PI) in verschiedenen klinischen Studien zur Untersuchung von TNF-Inhibitoren, anti-IL-12/23 Antikörpern, anti-IL-6 Antikörpern und small molecule compounds. Rezent habe ich die Leitung der Spezialambulanz für klinische Immunologie an unserer Abteilung übernommen, in der wir unter anderem PatientInnen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten betreuen. Auch daraus haben sich bereits einige interessante Forschungsansätze ergeben, die wir in der Zukunft noch weiter ausbauen möchten.

Welchen Rat würden Sie jungen Forscherinnen und Forschern gern mit auf den Weg geben?

Sich einem Thema zu widmen das einen wirklich interessiert und nicht einem Trend nachzulaufen, weil er gerade en vogue ist. Über den Tellerrand schauen und offen bleiben für unkonventionelle Ideen. Integrität sich selbst gegenüber und seiner Arbeit.

Professor Josef Smolen im ÖGR - Interview

Prof. Josef Smolen war von 1989 bis 2017 Leiter der 2. Med. Abteilung am Krankenhaus Hietzing und von 1995 bis 2018 Vorstand der Klinischen Abteilung für Rheumatologie and der Klinik für Innere Medizin 3 der Medizinischen Universität Wien (MUW) / Allgemeines Krankenhaus (AKH) der Stadt Wien. Prof. Smolen ist der bislang erfolgreichste österreichische Rheumatologe und Autor von mehr als 600 wissenschaftlichen Arbeiten, welche unter anderem im NEJM, JAMA und Lancet publiziert wurden.

Herr Prof. Smolen, Sie sind vor wenigen Tagen als Professor von der Medizinischen Universität Wien emeritiert.

Wie hat sich die Abteilung für Rheumatologie am AKH von Ihren Anfängen bis heute aus Ihrer Sicht entwickelt?

Als ich an der Abteilung zu arbeiten begonnen habe, wurden viele Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) wochenlang stationär behandelt, waren körperlich oft schwer behindert und litten an extraartikulären Komplikationen wie Rheumaknoten, Vaskulitis oder einer Amyloidose. Heute werden dank der neuen Behandlungsmöglichkeiten die meisten Patienten ambulant betreut und haben kaum noch Behinderungen oder Komplikationen.

Die Abteilung selbst ist im Laufe der Zeit stetig gewachsen, sowohl was die Zahl der Mitarbeiter als auch was den wissenschaftlichen Output betrifft. Wir konnten die Ausbildung im Fach Rheumatologie stark verbessern und neue wissenschaftliche Methoden und experimentelle Modelle etablieren. Nicht zuletzt haben wir heute eine sehr gut etablierte klinische Forschung, Datenbanken und Biobanken, welche für verschiedene wissenschaftliche Fragestellungen genutzt werden können.

Was waren Ihre schönsten Erlebnisse an Ihren beiden Abteilungen?

Aus medizinischer Sicht war es bestimmt die erste Applikation eines TNFα Blockers. Ich erinnere mich noch genau: es handelte sich um eine etwa 40-jährige Patientin mit 2 kleinen Kindern, die durch die Krankheitsaktivität bedingt schwer körperlich beeinträchtigt war. Sie erhielt das Medikament und meinte am nächsten Morgen bei der Visite: „Herr Doktor, ich wusste gar nicht mehr, wie gut man sich fühlen kann“.

Es war auch ein wunderbares Gefühl, die positive Entwicklung der beiden Teams im Krankenhaus Hietzing und am AKH erlebt zu haben. Letztendlich war die Führung der beiden Abteilungen nur dadurch möglich, dass vollkommener Rückhalt durch die Mitarbeiter bestand, die von Herzen mit mir an der Weiterentwicklung der beiden Abteilungen bauen wollten, nicht in Konkurrenz standen sondern in einem Miteinander und mit wechselseitiger Unterstützung einschließlich gemeinsamer klinischer Projekte zusammenarbeiteten.

Aus wissenschaftlicher Sicht haben wir in vielen Bereichen Neuland betreten, sei es in der Osteoklastenforschung, oder im Bereich des Outcome Research durch Entwicklung neuer Scores für die RA oder Psoriasis Arthritis (PsA) und neuer Konzepte. Treat to Target wurde an unseren beiden Abteilungen schon lange gelebt, bevor die Empfehlungen veröffentlich wurden. Und die neuen Klassifikationskriterien für die Rheumatoide Arthritis tragen Daniel Aletaha als Erstautor.

Kommen wir zu Ihnen persönlich. Sie sind Jahrgang 1950. Wo haben Sie Ihre klinische und wissenschaftliche Ausbildung absolviert?

Meine wissenschaftliche Tätigkeit habe ich am Institut für Immunologie der Universität Wien bei Prof. Steffen begonnen. Dort haben wir uns bereits mit der experimentellen Arthritis beschäftigt. Danach begann ich meine internistische und rheumatologische Ausbildung an der 2. Medizinischen Universitätsklinik bei Prof. Geyer. Klinisch habe ich viel von den damaligen Oberärzten am AKH gelernt. Die Rheumatologie war damals eine sehr kleine – im Unterschied zu anderen Bereichen – lediglich an unserer Klinik im AKH angesiedelte Einheit, betreute Patienten vor allem stationär und verfügte über eine täglich 2-stündige Ambulanz mit einem Arzt.

Während der Ausbildung verbrachte ich fast 2 Jahre am NIH, wo ich unter Anleitung von Prof. Steinberg, aber auch Prof. Fauci und Prof. Shevach, einerseits Grundlagenwissenschaft auf dem Gebiet der zellulären Immunologie, andererseits klinische Datenanalysen zum systemischen Lupus durchführte. Es war dies die Zeit, als vom NIH die berühmte SLE-Cyclophosphamid Studie publiziert wurde, die bis heute Geltung hat.

Welches waren Ihre größten Erfolge?

Wie zuvor schon gesagt, war die fabelhafte Entwicklung der beiden Teams in Hietzing und am AKH für mich der größte persönliche Erfolg. Ich durfte mitverfolgen, wie aus meinen Mitarbeitern tolle Menschen und Kliniker wurden, die am Puls der Zeit und oft Takt angebend waren, und Forscher, die in den besten Journalen der Welt publizieren.

Und einige konkrete Projekte?

Wir waren – das war eine der NIH-Arbeiten – die ersten, die nachweisen konnten, dass CD8 Zellen auch Interleukin-2 produzieren, obwohl bis dahin das Dogma herrschte, dass nur CD4 Zellen dieses Zytokin ausschütten. In anderen Projekten konnte gezeigt werden, dass Osteoklasten die Gelenksdestruktionen bei der RA vorantreiben und aus der Synovialmembran und nicht aus dem Knochen stammen. Mehrere Arbeiten beschäftigten sich mit der Erfassung der Invalidität bei RA Patienten – wir haben das Konzept der irreversiblen Behinderung postuliert, bewiesen und eine Messmöglichkeit dafür entwickelt. Wir haben bei der RA ein neues Autoantigen beschrieben, das RA33, dessen Autoantikörper für die Diagnose der RA recht charakteristisch sind. Wir haben die Bedeutung der Frühtherapie mit Basistherapeutika bei der RA untermauert.

Wir haben Scores entwickelt, die heute international breit eingesetzt werden und die Grundlage internationaler Definitionen der Remission bei RA und PsA darstellen. Wir waren vielfach die ersten, die innovative Therapien studiert und dann auch ganz frühzeitig eingesetzt haben. Und nicht zuletzt zählten wir zu den ersten, die eine Früharthritis-Ambulanz und jedenfalls die ersten, die eine Triage-Ambulanz eingerichtet hatten. Und wenn ich „wir“ sage, dann meine ich das Team, dessen viele herausragende Protagonisten in Österreich und international gut bekannt sind und denen ich auf diesem Wege auch sehr danken möchte.

Die Rheumatologie hat in den letzten Jahrzehnten viele Neuerungen erlebt. Was war Ihrer Ansicht nach die wichtigste Weiterentwicklung in der Rheumatologie?

Wir haben viele neue Einsichten in die Pathogenese von rheumatischen Erkrankungen erhalten, welche letztendlich zur Entwicklung neuer Medikamente geführt haben. Der Einsatz von TNFα Blockern war sicher ein Meilenstein in der Rheumatologie, da dies der Beginn des Einsatzes einer neuen Generation von Medikamenten war. Heute setzt sich diese Entwicklung mit den Substanzen zur Hemmung der Signaltransduktion fort. Eine große Errungenschaft war aber auch die Entwicklung gemeinsamer Outcome -Kriterien in den 90er Jahren, da erst dadurch miteinander vergleichbare Studien möglich wurden. Nicht zuletzt waren aber auch die Erkenntnisse zur Optimierung des Einsatzes von Methotrexat ein großer Erfolg, da einerseits klar wurde, dass die entzündungshemmende Wirkung nicht durch den Antagonismus der Folsäure zustande kommt, andererseits dass die Kombination von Methotrexat und Biologika wirksamer ist als jedes dieser Medikamente für sich alleine.

Wie wird die Rheumatologie im Jahre 2050 aussehen? Was könnten wir von der Forschung erwarten?

Ich denke, dass wir im Jahre 2050 die Rätsel zu den Ursachen der RA und anderen rheumatischen Erkrankungen geknackt haben und in Folge präventiv agieren können werden. Ob dies mit einer Impfung oder mit einer bestimmten Behandlung zur Beeinflussung des Mikrobioms des Darms, der Mundflora oder der Haut sein wird, bleibt abzuwarten. In den Fällen, in denen die Erkrankung nicht verhindert oder geheilt werden kann, werden wir mittels molekularer Marker besser vorhersagen können, welche Patienten auf welche Behandlung besonders gut oder gar nicht ansprechen werden. Vermutlich wird es auch Tests geben, die es ermöglichen, in der gesunden Bevölkerung Menschen mit erhöhtem Risiko für eine rheumatische Erkrankung frühzeitig zu identifizieren und einer präventiven Behandlung zuzuführen.

Und wie wird die Rheumatologie in Österreich in 20 Jahren aussehen?

Wie vorhin erwähnt, sind entzündlich- rheumatische Erkrankungen in Zukunft vielleicht heilbar oder können sogar verhindert werden. Die Aufgaben des Rheumatologen werden sich wohl verändern, so wie man das auch jetzt schon in anderen Fachbereichen beobachtet. Einerseits wird die Rheumatologie aufgrund ihrer Erfolge und der demographischen Entwicklung noch breiter aufgestellt sein als heute, in Wien etwa auch jenseits der Donau oder in Bundesländern, wo sie derzeit nicht existieren, mit entsprechend gewidmeten Abteilungen, andererseits wird die tagesklinische Versorgung zunehmen. Eine große Herausforderung wird die Behandlung der Arthrose werden, aber auch hier wird es in Zukunft neue Erkenntnisse geben, so dass der Verlauf der Erkrankung günstig beeinflusst werden kann.

Herr Prof Smolen, worauf freuen Sie sich in den nächsten Jahren, wofür Sie bisher keine Zeit hatten?

Ich werde auf alle Fälle mehr Zeit mit meinen Enkelkindern verbringen. Ich plane zudem, ein weiteres Buch über expressionistische Literatur herauszugeben. Aber auch in der Rheumatologie wird mir nicht langweilig werden, zumal ich noch einige wissenschaftliche Projekte geplant habe und einige Jahre Editor der Annals of Rheumatic Diseases sein werde.

Vielen Dank für das Interview, wir wünschen Ihnen privat und beruflich weiterhin alles Gute.

Österreichische Gesellschaft für Physikalische Medizin

Univ. Doz. Dr. Erich Mur

Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation
Anichstr. 35
6020 Innsbruck
Tel: +43 (0)512 504 81416
Tel: +43 (0)512 504 23370
Fax: +43 (0)512 504 23370
erich.mur@i-med.ac.at

 

Österreichische Gesellschaft für Orthopädie

Prim. Dr. Peter Zenz

Orthop. Zentrum OWS
Sanatoriumstraße 2
1140 Wien
Tel: +43 (0)1 91060 43008
Fax: +43 (0)1 91060 43009
peter.zenz@wienkav.at

 

Krankenhaus Hietzing

Dr. Jutta Stieger

 

2. Med. Abteilung, Pav. 3A
Wolkersbergenstrasse 1
1130 Wien
jutta.stieger@gmx.at
jutta.stieger@wienkav.at

 

SMZ Süd - Kaiser-Franz-Josef-Spital

OA Dr. Bernhard Duhm

2. Medizinische Abteilung mit Rheumatologie und Osteologie sowie Akutgeriatrie
Kundratstraße 3
1100 Wien

 

Wilhelminenspital Wien, 5. Med. Abt.

OÄ Dr. Jeanette Wolf

5. Medizinische Abteilung mit Rheumatologie, Stoffwechselerkrankungen und Rehabilitation
Wilhelminenspital der Stadt Wien
Montleartstraße 37
1160 Wien
Tel: +43 (0)1 49150 2508
Fax: +43 (0)1 49150 2509
jeanette.wolf@wienkav.at

Statuten der ÖGR

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Bisherige Präsidenten
1949-1972: Univ.-Prof. Dr. K. Gotsch
1973: Dr. Schindler
1974: Prof. DDr. E. Borkenstein
1974-1978: Univ.-Prof. Dr. C. Steffen
1978-1982: Univ.-Prof. Dr. R. Günther
1982-1986: Prof. Dr. N. Thumb
1986-1990: Prof. Dr. R. Eberl
1990-1992: Prof. Dr. G. Klein
1992-1994: Univ.-Doz. Dr. Karl Chlud
1994-1996: Prof. Dr. G. Kolarz
1996-1998: Prim. Dr. W. Siegmeth
1998-2000: Prim. Doz. Dr. F. Rainer
2000-2002: Prim. Prof. Dr. H. Bröll
2002-2004: Prim. Doz. Dr. A. Dunky
2004-2006: Prim. Univ.-Prof. Dr. J. Smolen
2006-2008: Prim. Univ.-Prof. Dr. W. Graninger
2008-2010: Prim. Priv.-Doz. Dr. B. Leeb
2010-2012: ao. Univ.-Prof. DDr. Manfred Herold
2012-2014: Prim. Dr. Gabriele Eberl MBA
2014-2016: Univ.-Prof. Dr. Klaus Machold
2016-2018: Dr. Rudolf Puchner
Ehrenmitglieder

Ehrenmitglieder können Personen werden, die sich besondere Verdienste um die Rheumatologie erworben haben.

 

1953: Prof. Dr. Jarlow, vestorben
1953: Prof. Dr. Nonnenbruch, vestorben
1976: MR Prof. Dr. Wilhelm Freiherr von Blumencron, verstorben 1984
1978: HR Prof. DDr. E. Borkenstein, Leoben, verstorben
1978: Prof. Dr. H. Mathies, D-Abbach-Pesing
1978: Prof. Dr. Klaus Mielke, D-Wiesbaden, verstorben 2009
1982: Prof. Dr. Sitay, Piestany, verstorben
1987: Prof. Dr. Stöber, Wimsbach-Neydharting, verstorben
1988: Prof. Dr. C. Steffen, Wien, verstorben 1989
Prof. DDr. h.c. Hans Jesserer, Wien, verstorben 1999
1989: Prof. Dr. Schilling, D-Mainz
Prof. Dr. Trnavsky, Prag
1992: Prof. Dr. F. Wagenhäuser, verstorben 1999
1993: Prof. Dr. Eberl, Wien, verstorben 2006
Prof. Dr. Hans Georg Fassbender, D-Mainz
Prof. Dr. Béla Gömör, H-Budapest
1995: Prof. Dr. Schattenkirchner, D-München
1999: Prof. Dr. Gernot Kolarz, Baden
Prof. Dr. Henning Zeidler, Deutschland
2009: Prof. Dr. Gert Klein, Graz
2018: ao.Prof. Dr. Manfred Herold, Innsbruck

Medaille der ÖGR (Fellinger-Gotsch-Jesserer-Steffen-Medaille):

Die Verleihung erfolgt an Personen, die sich langjährig, hervorragend wissenschaftlich und/oder organisatorisch bzw. sozial auf dem Gebiet der Rheumatologie betätigt haben; ihre Tätigkeit hat einen Bezug zur Österr. Rheumatologie aufzuweisen.

1994: Prof. DDr. h.c. mult. Karl Fellinger, Wien, verstorben
Prof. DDr. h.c. Hans Jesserer, Wien, verstorben
Prof. Dr. Carl Steffen, Wien, verstorben
Prof. Dr. Karl Gotsch, Graz, verstorben
1996: Prof. PHD MD. Morris Ziff, USA-Dallas, verstorben 2005
Prof. Dr. Bernard Amor, F-Paris
1997: Prof. Dr. Collin Barnes, UK-Chagford Devon
Prof. Dr. F. Wagenhäuser verstorben
1999: HR Prof. Dr. R. Eberl, Wien, verstorben 2006
2002: Prof. Dr. Norbert Thumb, Baden
2003: Prof. Dr. Gernot Kolarz, Baden
Prof. Dr. Joachim R. Kalden, D-Erlangen
2004: Prof. Dr. Gert Klein, Saalfelden
2005: Dr. Walter Siegmeth, Wien, verstorben 2014
2008: Univ.Prof. Dr. Hans Bröll, Wien
Univ.Doz. Dr. Attila Dunky, Wien
2010: Univ.Prof. Dr. R. Günther, Innsbruck, verstorben 2017
2018: Univ.Prof. Dr. Josef Smolen, Wien