Interview mit Dr. Florentine Moazedi-Fürst

Die ÖGR im Gespräch mit Dr. Florentine Moazedi-Fürst, der Gründerin des neuen ÖGR Arbeitskreises „ Rheuma und Lunge“

Sehr geehrte Frau Moazedi-Fürst
Sie haben den neuen ÖGR Arbeitskreis „ Rheuma und Lunge“ gegründet.

Worin genau besteht die Notwendigkeit für diesen Arbeitskreis?

 

Die Spezialgebiete Pneumologie und Rheumatologie entwickeln immer mehr Schnittstellen. Erst in den letzten Jahren wurde darauf geachtet, dass verschiedene Systemerkrankungen des rheumatischen Formenkreises auch Lungenbeteiligungen haben können. Besonders bei der Rheumatoiden Arthritis ist dieses Thema sehr aktuell, auch weil Antikörper, die für diese Erkrankung bezeichnend sind in der Lunge gebildet werden. Es wird sogar diskutiert, dass die Lunge hier an der Krankheitsenstehung beteiligt ist- ähnlich dem Mikrobiom bei anderen Erkrankungen. Auch andere Autoimmunitäten zeichnen sich durch Lungenbeteiligungen aus, die sehr vielfältig sind.
Nicht nur die Krankheitsentstehung spielt hier eine Rolle, auch die therapeutischen Maßnahmen, die durch den Rheumatologen entschieden werden, können eine ILD beeinflussen.
Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir sowohl in der Erkennung als auch in Therapieentscheidungen up-to-date sind. Die Zusammenarbeit mit den Pneumologen, Radiologen und Histopathologen ist wichtig, um mehr über diese heterogene Krankheitsgruppe zu erfahren, aber auch um diese Patienten bestmöglich zu behandeln- das ist die Verantwortung des Rheumatologen.

 

Welche Ziele haben Sie sich für den Arbeitskreis gesteckt?


Glücklicherweise habe ich viele interessierte Kollegen, die sich dieser Thematik annehmen möchten. Wir möchten eine interaktive Plattform begründen, die sich mit dieser aktuellen Thematik Rheuma und Lunge beschäftigt und Orientierungshilfen für die Praxis schafft. Außerdem sind bestimmte Abläufe wie z.b. Lungenfunktionsdiagnostik etc. in den Bundesländern unterschiedlich vergütet und auch der Zugang ist nicht überall in Österreich kostengedeckt möglich. Genau deshalb sollten wir Algorithmen diskutieren, die für alle auch umsetzbar sind und auch den Patienten erreichen und bestmöglich versorgen.
Wir sind hier auch auf eine gute Kommunikation zwischen dem niedergelassenen Bereich und dem Zentrum angewiesen, weshalb wir Vertreter aus allem Bereichen in unserer Gruppe haben. Außerdem bietet das auch eine große Chance wissenschaftliche Fragen auf nationaler Ebene nachzugehen. Es ist sehr schwer allgemeinen Richtlinien für alle diese Krankheitsbilder mit Lungenbeteiligung zu formulieren. Dies ist der Grund warum wir auch Satelliten haben, die sich mit Spezialthemen wie z.b. Antisynthetasesyndrom beschäftigen.

 

Welche Mitglieder hat der Arbeitskreis?


Wir sind eine Gruppe aus RheumatologInnen, RadiologInnen, PneumologInnen und PathologInnen. Diese heterogene Gruppe ist essentiell, denn auch die Krankheitsbilder sind meist heterogen und es ist schwierig frühzeitig eine Diagnose zu finden. Es ist auch wichtig voneinander zu lernen.
Es finden sich hier sowohl Kollegen mit langer Berufserfahrung aus dem niedergelassenen Bereich als auch dem klinischen Bereich, ebenso Kollegen mit exzellenter wissenschaftliche Expertise. Außerdem junge Kollegen, die wiederum Ihre Sichtweise einbringen. Die Namen können Sie dem Anhang entnehmen.
Es ist mir auch wichtig zu erwähnen, dass dieser Arbeitskreis ein Gruppenprojekt ist und daher der/die ArbeitskreiseiterIn auch alle 2 Jahre rotieren wird.

 

Zu Ihnen persönlich:
Wo sind Sie beschäftigt?


Ich arbeite als Internistin und RheumatologIn an der Klin.Abteilung für Rheumatologie und Immunologie an der Meduni Graz bei Prof.Graninger.

Wie sind Sie zu diesem Thema gekommen?


Als Assistentin habe ich mich bereits für die Systemische Sklerose interessiert und auch ein Grazer Therapieschema entwickelt. Aus dieser Arbeit entstand natürlich ein Interesse für die Lunge und vor über 10 Jahren hörte ich als begeisterte Akutmedizinerin einen Vortrag über Lungensonographie in der Notfallsmedizin. Es entstanden dann Projekte die sich mit Lunge und Rheuma beschäftigten und so hat sich im letzten Jahrzehnt nicht nur klinisch sondern auch wissenschaftlich ein großes Gebiet ergeben. Zu Beginn wurden meine Mitstreiterin Dr. Kielhauser und ich noch auf Kongressen belächelt, mittlerweile stellt niemand mehr in Frage, dass die Lunge eine lebensbedrohliche Organbeteiligung in der Rheumatologie darstellt.

Das erfreuliche- wir sind am Puls der Zeit – und ich möchte mich auch bei Prof. Redlich bedanken, denn er hat diese Idee eines Arbeitskreises eingebracht. Besonderer Dank gebürt Prof. Graninger ,der Initiierung von „Rheuma und Lunge“ in unserer Ambulanz gefördert und meine Projektideen unterstützt hat.
Ich möchte mich auch bei allen Mitwirkenden bedanken, dass Sie hier Ihre Zeit einbringen möchten, ebenso bei der ÖGR für diese Chance.

 

Viel Erfolg für die Arbeit im neuen Arbeitskreis.

Die ÖGR im Gespräch mit Dr. Florentine Moazedi-Fürst, der Gründerin des neuen ÖGR Arbeitskreises „ Rheuma und Lunge“

Sehr geehrte Frau Moazedi-Fürst
Sie haben den neuen ÖGR Arbeitskreis „ Rheuma und Lunge“ gegründet.

Worin genau besteht die Notwendigkeit für diesen Arbeitskreis?

 

Die Spezialgebiete Pneumologie und Rheumatologie entwickeln immer mehr Schnittstellen. Erst in den letzten Jahren wurde darauf geachtet, dass verschiedene Systemerkrankungen des rheumatischen Formenkreises auch Lungenbeteiligungen haben können. Besonders bei der Rheumatoiden Arthritis ist dieses Thema sehr aktuell, auch weil Antikörper, die für diese Erkrankung bezeichnend sind in der Lunge gebildet werden. Es wird sogar diskutiert, dass die Lunge hier an der Krankheitsenstehung beteiligt ist- ähnlich dem Mikrobiom bei anderen Erkrankungen. Auch andere Autoimmunitäten zeichnen sich durch Lungenbeteiligungen aus, die sehr vielfältig sind.
Nicht nur die Krankheitsentstehung spielt hier eine Rolle, auch die therapeutischen Maßnahmen, die durch den Rheumatologen entschieden werden, können eine ILD beeinflussen.
Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir sowohl in der Erkennung als auch in Therapieentscheidungen up-to-date sind. Die Zusammenarbeit mit den Pneumologen, Radiologen und Histopathologen ist wichtig, um mehr über diese heterogene Krankheitsgruppe zu erfahren, aber auch um diese Patienten bestmöglich zu behandeln- das ist die Verantwortung des Rheumatologen.

 

Welche Ziele haben Sie sich für den Arbeitskreis gesteckt?


Glücklicherweise habe ich viele interessierte Kollegen, die sich dieser Thematik annehmen möchten. Wir möchten eine interaktive Plattform begründen, die sich mit dieser aktuellen Thematik Rheuma und Lunge beschäftigt und Orientierungshilfen für die Praxis schafft. Außerdem sind bestimmte Abläufe wie z.b. Lungenfunktionsdiagnostik etc. in den Bundesländern unterschiedlich vergütet und auch der Zugang ist nicht überall in Österreich kostengedeckt möglich. Genau deshalb sollten wir Algorithmen diskutieren, die für alle auch umsetzbar sind und auch den Patienten erreichen und bestmöglich versorgen.
Wir sind hier auch auf eine gute Kommunikation zwischen dem niedergelassenen Bereich und dem Zentrum angewiesen, weshalb wir Vertreter aus allem Bereichen in unserer Gruppe haben. Außerdem bietet das auch eine große Chance wissenschaftliche Fragen auf nationaler Ebene nachzugehen. Es ist sehr schwer allgemeinen Richtlinien für alle diese Krankheitsbilder mit Lungenbeteiligung zu formulieren. Dies ist der Grund warum wir auch Satelliten haben, die sich mit Spezialthemen wie z.b. Antisynthetasesyndrom beschäftigen.

 

Welche Mitglieder hat der Arbeitskreis?


Wir sind eine Gruppe aus RheumatologInnen, RadiologInnen, PneumologInnen und PathologInnen. Diese heterogene Gruppe ist essentiell, denn auch die Krankheitsbilder sind meist heterogen und es ist schwierig frühzeitig eine Diagnose zu finden. Es ist auch wichtig voneinander zu lernen.
Es finden sich hier sowohl Kollegen mit langer Berufserfahrung aus dem niedergelassenen Bereich als auch dem klinischen Bereich, ebenso Kollegen mit exzellenter wissenschaftliche Expertise. Außerdem junge Kollegen, die wiederum Ihre Sichtweise einbringen. Die Namen können Sie dem Anhang entnehmen.
Es ist mir auch wichtig zu erwähnen, dass dieser Arbeitskreis ein Gruppenprojekt ist und daher der/die ArbeitskreiseiterIn auch alle 2 Jahre rotieren wird.

 

Zu Ihnen persönlich:
Wo sind Sie beschäftigt?


Ich arbeite als Internistin und RheumatologIn an der Klin.Abteilung für Rheumatologie und Immunologie an der Meduni Graz bei Prof.Graninger.

Wie sind Sie zu diesem Thema gekommen?


Als Assistentin habe ich mich bereits für die Systemische Sklerose interessiert und auch ein Grazer Therapieschema entwickelt. Aus dieser Arbeit entstand natürlich ein Interesse für die Lunge und vor über 10 Jahren hörte ich als begeisterte Akutmedizinerin einen Vortrag über Lungensonographie in der Notfallsmedizin. Es entstanden dann Projekte die sich mit Lunge und Rheuma beschäftigten und so hat sich im letzten Jahrzehnt nicht nur klinisch sondern auch wissenschaftlich ein großes Gebiet ergeben. Zu Beginn wurden meine Mitstreiterin Dr. Kielhauser und ich noch auf Kongressen belächelt, mittlerweile stellt niemand mehr in Frage, dass die Lunge eine lebensbedrohliche Organbeteiligung in der Rheumatologie darstellt.

Das erfreuliche- wir sind am Puls der Zeit – und ich möchte mich auch bei Prof. Redlich bedanken, denn er hat diese Idee eines Arbeitskreises eingebracht. Besonderer Dank gebürt Prof. Graninger ,der Initiierung von „Rheuma und Lunge“ in unserer Ambulanz gefördert und meine Projektideen unterstützt hat.
Ich möchte mich auch bei allen Mitwirkenden bedanken, dass Sie hier Ihre Zeit einbringen möchten, ebenso bei der ÖGR für diese Chance.

 

Viel Erfolg für die Arbeit im neuen Arbeitskreis.