Was wir tun
Was wir tun

Die ÖGR versteht sich als wissenschaftliche Fachgesellschaft mit dem Focus auf Ausbildung, Fortbildung und wissenschaftlichen Aktivitäten im In- und Ausland. Die Gesellschaft stellt eine gemeinsame Plattform für die vielfältigen Arbeitsbereiche unserer Mitglieder mit klinischem Schwerpunkt bzw. wissenschaftlicher Orientierung bis zur Tätigkeit im Rehabilitationssektor dar. Ebenso wichtig ist die Rolle der ÖGR als standespolitische Vertretung der österreichischen Rheumatologinnen und Rheumatologen zur Positionierung der Rheumatologie in der gesundheitspolitischen Versorgung unseres Landes.

 

Informationen zur Gesellschaft und ihren Arbeitsgebieten, nationalen und internationalen Veranstaltungen und Kongressen sowie klinisch relevanten Themen finden Sie auf unserer neuen Website, die wir lebendig gestalten wollen. Sollten Sie wesentliche Informationen vermissen, bin ich für Ihre Anregungen und Verbesserungsvorschläge als Geschäftsführerin der Gesellschaft sehr dankbar. Sollten Sie Interesse an einer ÖGR-Mitgliedschaft haben, darf ich Ihnen den Link dazu empfehlen - wir freuen uns auf Sie!

 

 

Ihre Judith Sautner

Nachwuchs-Aktivitäten
Nachwuchs-Aktivitäten
EULAR, UEMS, DVO

EULAR, The European League against Rheumatism

Webseite

 

Standing Committee on clinical affairs

 

Standing Committee on Education and Training

 

Standing Committee on Epidemiology and Health Services Research

 

Standing Committee on Investigative Rheumatology

 

Standing Committee on Musculoskeletal Imaging

 

Standing Committee on Paediatric Rheumatology

 

UEMS, Union européenne des médecins spécialistes

Webseite

 

DVO, Wissenschaftlicher Dachverband Osteologie

Webseite

Interview Dr. Puchner

„Österreichs Rheumapatienten verdienen eine bessere Versorgung“

Dr. Rudolf Puchner, MSc MBA, Präsident der ÖGR und selbst niedergelassener Internist, Rheumatologe und Gastroenterologe, glaubt, dass in Österreich noch viel getan werden muss, um die Versorgung von Rheumapatienten vor allem außerhalb der großen Städte sicherzustellen.

 

Gibt es genug Rheumatologen in Österreich, Herr Dr. Puchner?

Wir glauben, dass wir auf einen Engpass zusteuern und bald viel mehr junge Rheumatologen in Österreich nötig sein werden – vor allem in den Bundesländern und ländlichen Regionen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass zumindest ein Rheumatologe auf etwa 50.000 Einwohner sinnvoll wäre. Nun gibt es zwar in Österreich etwas mehr als 200 Internisten mit dem Additivfach Rheumatologie, aber viele davon arbeiten nur einen Teil ihrer Zeit mit Rheumakranken.

 

Woran liegt das?
Die Gründe sind vielfältig. Für manche ist die Rheumatologie nur ein kleiner Teil ihrer klinischen Tätigkeit, andere arbeiten altersbedingt weniger. Der Hauptgrund ist jedoch, dass die meisten niedergelassenen Rheumatologen auch internistisch tätig sind bzw. auch sein müssen, weil die Betreuung von Rheumakranken allein nicht wirtschaftlich genug ist. Denn obwohl die Diagnose und Behandlung von Rheuma sehr komplex und zeitaufwändig ist, wird sie von den Krankenkassen nicht ausreichend abgegolten. Das muss sich schnell ändern, damit die Versorgungssituation überall in sinnvollem Umfang gewährleistet bleiben kann.

 

Sie stellen bald eine Studie vor, die aufzeigt, wie gut Österreich mit Rheumatologen versorgt ist. Können Sie schon einige Ergebnisse verraten?
Diese Studie trägt erstmals der Tatsache Rechnung, dass kaum ein Rheumatologe sich Vollzeit der Behandlung von Rheuma widmen kann. Deshalb dient ein Vollzeitäquivalent als Basis. So wird erstmals wirklich sichtbar, wie gut oder schlecht die Versorgungssituation ist. In Wien und Niederösterreich ist sie beispielsweise mit einem Rheumatologen auf 40.000 beziehungsweise 57.000 Einwohner noch sehr gut. Aber in Tirol oder dem Burgenland schnellen diese Werte auf 1 zu 74.000 oder gar 1 zu 234.000 hoch und zeigen klar, dass die Menschen dort mehr rheumatologisch tätige Ärzte bräuchten.

 

Was müsste man tun, um diese Situation zu verbessern?
Es muss attraktiver werden, eine Praxis für Rheumatologie zu eröffnen. Das gelingt aber nur, wenn es auch für Kassenärzten eine Verrechnungsposition für rheumatologische Diagnose, Therapieeinstellung und Überwachung gibt. Wir haben hier gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern in Oberösterreich schon einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Rheumatologen bekommen pro Patient und Quartal 65 Euro. Allerdings ist diese Maßnahme leider lediglich auf die ersten 7 % aller Patienten limitiert.

 

Wie ist die Lage in anderen Ländern? Gibt es dort Modelle, die besser funktionieren?
Deutschland hat das in den letzten Jahren besser gemacht. Dort ist es beispielsweise möglich, dass sich Rheumatologen in Gruppenpraxen zusammenschließen. Das minimiert das medizinische wie das wirtschaftliche Risiko einer Praxisneugründung. Diese und andere Maßnahmen haben dazu geführt, dass in Deutschland 70 % der Rheumatologen im niedergelassenen Bereich arbeiten. In Österreich arbeitet dagegen nur etwa ein Drittel selbständig.

 

Hätte es nicht einen volkswirtschaftlichen Vorteil, wenn Rheuma früher diagnostiziert und behandelt würde?
Absolut. Um die Krankheit zum Stillstand zu bringen oder ihre Aktivität zu reduzieren, ist eine rasche Diagnose und Therapie entscheidend. Bei der rheumatoiden Arthritis sind die Chancen auf einen gutartigen und beschwerdearmen Verlauf bei einem Behandlungsbeginn innerhalb von drei Monaten nach Auftreten der ersten typischen Symptome am besten. Eine höhere Verfügbarkeit von Rheumatologen zeigt hier besonders positive Effekte. Wir konnten das mit der Einführung einer Akutbegutachtungssprechstunde in Oberösterreich zeigen. Vor der Einführung präsentierten sich lediglich 16,6 % der Patienten innerhalb von drei Monaten seit Symptombeginn beim Rheumatologen. Nach Einführung waren es 43 %.

 

Wie sieht es generell mit den Wartezeiten auf einen Termin beim Rheumatologen aus?
Wie schon angedeutet, sind die Wartezeiten noch zu lange. Es gibt vor allem außerhalb der großen Städte zu wenige Rheumatologen und diese müssen sich oft auch anderen Krankheitsbildern widmen. Aber das Problem zu später Diagnosen ließe sich auch über eine verstärkte Kooperation mit den Allgemeinmedizinern verbessern. Daher arbeiten wir seit geraumer Zeit vermehrt an einer Optimierung der Zusammenarbeit, damit die internistischen Rheumatologen so früh wie möglich in die Diagnose bei Beschwerden des Bewegungs- und Stützapparats eigebunden werden.

 

Damit sich die genannten Probleme in Österreich lösen lassen, müssen nicht nur die strukturellen Rahmenbedingungen passen. Es müssen sich auch wieder mehr junge Medizinerinnen und Mediziner für Ihr Fach begeistern. Wie überzeugen Sie sie?
Indem wir noch mehr nach außen tragen, was für ein unglaublich interessantes und zukunftsfähiges Fach die Rheumatologie ist. Ich habe mit der Rheumatologie begonnen, als es nur sehr wenige Medikamente gegen Rheuma gab. Damals hätten wir uns nie träumen lassen, welche therapeutischen Möglichkeiten es durch die Biologika heute gibt. Für mich war es eines der drei wirklich einschneidenden Erlebnisse meines Medizinerlebens, als es gelang, eine entzündliche Gelenkerkrankung wirklich zum Stillstand zu bringen. Ich bin fest überzeugt, dass gerade unser Fachbereich auch für die nächste Generation an Medizinern noch viele weitere solcher Momente bereit hält. Deswegen haben wir heuer als Nachwuchsförderung erstmalig eine Rheuma Summer School für rheumatologisch interessierte Medizinstudenten und -studentinnen höherer Semester ins Leben gerufen – mit großem Erfolg.

 

Herr Dr. Puchner, vielen Dank für das Gespräch!

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Die ÖGR versteht sich als wissenschaftliche Fachgesellschaft mit dem Focus auf Ausbildung, Fortbildung und wissenschaftlichen Aktivitäten im In- und Ausland. Die Gesellschaft stellt eine gemeinsame Plattform für die vielfältigen Arbeitsbereiche unserer Mitglieder mit klinischem Schwerpunkt bzw. wissenschaftlicher Orientierung bis zur Tätigkeit im Rehabilitationssektor dar. Ebenso wichtig ist die Rolle der ÖGR als standespolitische Vertretung der österreichischen Rheumatologinnen und Rheumatologen zur Positionierung der Rheumatologie in der gesundheitspolitischen Versorgung unseres Landes.

 

Informationen zur Gesellschaft und ihren Arbeitsgebieten, nationalen und internationalen Veranstaltungen und Kongressen sowie klinisch relevanten Themen finden Sie auf unserer neuen Website, die wir lebendig gestalten wollen. Sollten Sie wesentliche Informationen vermissen, bin ich für Ihre Anregungen und Verbesserungsvorschläge als Geschäftsführerin der Gesellschaft sehr dankbar. Sollten Sie Interesse an einer ÖGR-Mitgliedschaft haben, darf ich Ihnen den Link dazu empfehlen - wir freuen uns auf Sie!

 

 

Ihre Judith Sautner

Nachwuchs-Aktivitäten

EULAR, The European League against Rheumatism

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Standing Committee on clinical affairs

 

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Standing Committee on Paediatric Rheumatology

 

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DVO, Wissenschaftlicher Dachverband Osteologie

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„Österreichs Rheumapatienten verdienen eine bessere Versorgung“

Dr. Rudolf Puchner, MSc MBA, Präsident der ÖGR und selbst niedergelassener Internist, Rheumatologe und Gastroenterologe, glaubt, dass in Österreich noch viel getan werden muss, um die Versorgung von Rheumapatienten vor allem außerhalb der großen Städte sicherzustellen.

 

Gibt es genug Rheumatologen in Österreich, Herr Dr. Puchner?

Wir glauben, dass wir auf einen Engpass zusteuern und bald viel mehr junge Rheumatologen in Österreich nötig sein werden – vor allem in den Bundesländern und ländlichen Regionen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass zumindest ein Rheumatologe auf etwa 50.000 Einwohner sinnvoll wäre. Nun gibt es zwar in Österreich etwas mehr als 200 Internisten mit dem Additivfach Rheumatologie, aber viele davon arbeiten nur einen Teil ihrer Zeit mit Rheumakranken.

 

Woran liegt das?
Die Gründe sind vielfältig. Für manche ist die Rheumatologie nur ein kleiner Teil ihrer klinischen Tätigkeit, andere arbeiten altersbedingt weniger. Der Hauptgrund ist jedoch, dass die meisten niedergelassenen Rheumatologen auch internistisch tätig sind bzw. auch sein müssen, weil die Betreuung von Rheumakranken allein nicht wirtschaftlich genug ist. Denn obwohl die Diagnose und Behandlung von Rheuma sehr komplex und zeitaufwändig ist, wird sie von den Krankenkassen nicht ausreichend abgegolten. Das muss sich schnell ändern, damit die Versorgungssituation überall in sinnvollem Umfang gewährleistet bleiben kann.

 

Sie stellen bald eine Studie vor, die aufzeigt, wie gut Österreich mit Rheumatologen versorgt ist. Können Sie schon einige Ergebnisse verraten?
Diese Studie trägt erstmals der Tatsache Rechnung, dass kaum ein Rheumatologe sich Vollzeit der Behandlung von Rheuma widmen kann. Deshalb dient ein Vollzeitäquivalent als Basis. So wird erstmals wirklich sichtbar, wie gut oder schlecht die Versorgungssituation ist. In Wien und Niederösterreich ist sie beispielsweise mit einem Rheumatologen auf 40.000 beziehungsweise 57.000 Einwohner noch sehr gut. Aber in Tirol oder dem Burgenland schnellen diese Werte auf 1 zu 74.000 oder gar 1 zu 234.000 hoch und zeigen klar, dass die Menschen dort mehr rheumatologisch tätige Ärzte bräuchten.

 

Was müsste man tun, um diese Situation zu verbessern?
Es muss attraktiver werden, eine Praxis für Rheumatologie zu eröffnen. Das gelingt aber nur, wenn es auch für Kassenärzten eine Verrechnungsposition für rheumatologische Diagnose, Therapieeinstellung und Überwachung gibt. Wir haben hier gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern in Oberösterreich schon einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Rheumatologen bekommen pro Patient und Quartal 65 Euro. Allerdings ist diese Maßnahme leider lediglich auf die ersten 7 % aller Patienten limitiert.

 

Wie ist die Lage in anderen Ländern? Gibt es dort Modelle, die besser funktionieren?
Deutschland hat das in den letzten Jahren besser gemacht. Dort ist es beispielsweise möglich, dass sich Rheumatologen in Gruppenpraxen zusammenschließen. Das minimiert das medizinische wie das wirtschaftliche Risiko einer Praxisneugründung. Diese und andere Maßnahmen haben dazu geführt, dass in Deutschland 70 % der Rheumatologen im niedergelassenen Bereich arbeiten. In Österreich arbeitet dagegen nur etwa ein Drittel selbständig.

 

Hätte es nicht einen volkswirtschaftlichen Vorteil, wenn Rheuma früher diagnostiziert und behandelt würde?
Absolut. Um die Krankheit zum Stillstand zu bringen oder ihre Aktivität zu reduzieren, ist eine rasche Diagnose und Therapie entscheidend. Bei der rheumatoiden Arthritis sind die Chancen auf einen gutartigen und beschwerdearmen Verlauf bei einem Behandlungsbeginn innerhalb von drei Monaten nach Auftreten der ersten typischen Symptome am besten. Eine höhere Verfügbarkeit von Rheumatologen zeigt hier besonders positive Effekte. Wir konnten das mit der Einführung einer Akutbegutachtungssprechstunde in Oberösterreich zeigen. Vor der Einführung präsentierten sich lediglich 16,6 % der Patienten innerhalb von drei Monaten seit Symptombeginn beim Rheumatologen. Nach Einführung waren es 43 %.

 

Wie sieht es generell mit den Wartezeiten auf einen Termin beim Rheumatologen aus?
Wie schon angedeutet, sind die Wartezeiten noch zu lange. Es gibt vor allem außerhalb der großen Städte zu wenige Rheumatologen und diese müssen sich oft auch anderen Krankheitsbildern widmen. Aber das Problem zu später Diagnosen ließe sich auch über eine verstärkte Kooperation mit den Allgemeinmedizinern verbessern. Daher arbeiten wir seit geraumer Zeit vermehrt an einer Optimierung der Zusammenarbeit, damit die internistischen Rheumatologen so früh wie möglich in die Diagnose bei Beschwerden des Bewegungs- und Stützapparats eigebunden werden.

 

Damit sich die genannten Probleme in Österreich lösen lassen, müssen nicht nur die strukturellen Rahmenbedingungen passen. Es müssen sich auch wieder mehr junge Medizinerinnen und Mediziner für Ihr Fach begeistern. Wie überzeugen Sie sie?
Indem wir noch mehr nach außen tragen, was für ein unglaublich interessantes und zukunftsfähiges Fach die Rheumatologie ist. Ich habe mit der Rheumatologie begonnen, als es nur sehr wenige Medikamente gegen Rheuma gab. Damals hätten wir uns nie träumen lassen, welche therapeutischen Möglichkeiten es durch die Biologika heute gibt. Für mich war es eines der drei wirklich einschneidenden Erlebnisse meines Medizinerlebens, als es gelang, eine entzündliche Gelenkerkrankung wirklich zum Stillstand zu bringen. Ich bin fest überzeugt, dass gerade unser Fachbereich auch für die nächste Generation an Medizinern noch viele weitere solcher Momente bereit hält. Deswegen haben wir heuer als Nachwuchsförderung erstmalig eine Rheuma Summer School für rheumatologisch interessierte Medizinstudenten und -studentinnen höherer Semester ins Leben gerufen – mit großem Erfolg.

 

Herr Dr. Puchner, vielen Dank für das Gespräch!